merken

Politik

Opposition im Sudan demonstriert weiter

Trotz des überraschenden Wechsels an der Spitze der Militärregierung im Sudan setzt ein wichtiges Gewerkschaftsbündnis weiter auf Protest. 

Ein Protestant in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. © dpa

Khartum. Nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Militärregierung im Sudan hat ein wichtiges Oppositionsbündnis weitere Demonstrationen angekündigt. An der Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum und Aktionen in anderen Städten werde festgehalten, bis die Macht komplett an eine zivile Übergangsregierung übergeben worden sei, erklärte das gewerkschaftliche Bündnis SPA in der Nacht zum Samstag.

Nach dem Militärputsch vom Donnerstag war dessen Anführer, der frühere Verteidigungsminister Awad Ibn Auf, am späten Freitagabend zurückgetreten. Demonstranten und Zivilgesellschaft hatten den engen Weggefährten des abgesetzten Langzeitpräsidenten Omar al-Baschir vehement abgelehnt. Die SPA begrüßte seinen Rücktritt und sprach von einem "Sieg des Willens des Volkes". In Khartum reagierten Menschen mit Applaus und Jubel auf die plötzliche Rücktrittsankündigung.

Anzeige

Durchblättern und viel sparen

Frisch, lebendig und lesefreundlich. Stöbern Sie hier online in den aktuellen Magazinen und Partnerangeboten.

Der militärische Übergangsrat soll nun vom bisherigen Generalinspekteur, Abdel Fattah Burhani, geführt werden. Das Militär hatte zuvor versprochen, die Wünsche der Demonstranten zu berücksichtigen. Die Regierung solle möglichst schnell in zivile Hände übergeben werden, erklärte einer der Militärführer. Al-Baschir hatte das Land im Nordosten Afrikas fast 30 Jahre lang mit harter Hand regiert. Er wurde vom Militär festgenommen. (dpa)