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Oppositionschef Guaidó wieder in Venezuela

Selbstbewusst kehrt der selbst ernannte Übergangsstaatschef nach Caracas zurück. Machthaber Maduro lässt ihn gewähren - zumindest vorerst.

Juan Guaido singt nach seiner Ankunft auf dem Flughafen International Airport Simon Bolivar die Nationalhymne. © Rafael Hernandez/dpa

Caracas. Trotz einer drohenden Festnahme ist Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó in seine Heimat zurückgekehrt. "Wir sind stärker als jemals zuvor", rief der Oppositionsführer am Montag vor Tausenden Anhängern in Caracas. Kurz zuvor war er unbehelligt von Sicherheitskräften am Hauptstadtflughafen Maiquetía gelandet. Ein Grenzbeamter habe ihn mit den Worten "Willkommen, Präsident" die Kontrolle passieren lassen, erzählte Guaidó wenig später.

Zahlreiche Anhänger Guaidós und die Botschafter mehrerer europäischer Länder nahmen den Oppositionsführer am Flughafen in Empfang. Gleichzeitig gingen im ganzen Land Menschen gegen die sozialistische Regierung von Staatschef Nicolás Maduro auf die Straße. In Caracas jubelten Guaidó viele Anhänger zu. "Das Volk steht an deiner Seite", skandierten die Regierungsgegner.

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Angesichts des seit Wochen andauernden Machtkampfes ist Guaidós Rückkehr eine Provokation für Maduro. Wegen eines Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre hätte der 35-Jährige das Land eigentlich gar nicht verlassen dürfen. Nun könnte er festgenommen werden. "Wir kennen die Risiken", sagte Guaidó nach seiner Ankunft. "Das hat uns noch nie aufgehalten."

In den vergangenen Tagen hatte Guaidó mehrere Nachbarstaaten besucht und in Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Ecuador und Paraguay um Unterstützung für seine Gegenregierung geworben. "Die ganze Welt unterstützt Venezuela in seinem Kampf für Freiheit", sagte Guaidó bei der Kundgebung in Caracas.

Die Vereinigten Staaten gratulierten ihm zur sicheren Heimkehr. Das venezolanische Volk habe durch sein Handeln einen friedlichen, demokratischen Übergang ermöglicht, teilte das US-Außenministerium mit. Die internationale Gemeinschaft müsse sich nun vereint gegen Maduros Regierung stellen.

"Die Gefahr einer Festnahme ist noch immer sehr real", schrieb der US-Senator und erbitterte Maduro-Gegner Marco Rubio auf Twitter. Vergangene Woche hatte Maduro seinen Widersacher noch vor einer Rückkehr gewarnt. "Guaidó kann nicht einfach kommen und gehen; die Justiz hatte ihm das Verlassen des Landes verboten", sagte er in einem Interview des US-Senders ABC. Dennoch ließ er seinen Kontrahenten am Montag gewähren.

Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Zuletzt scheiterte sein Versuch, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An den Grenzübergängen kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Das ölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen. (dpa)