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Sachsen

Organspender ganz dringend gesucht 

Ein Spenderorgan ist oft die letzte Hoffnung für Schwerkranke. Aber in Sachsen gibt es immer weniger Menschen, die spenden. Warum sich das ändern muss.

Im Transplantationszentrum am Universitätsklinikum Leipzig wird eine von einem gesunden Spender vor wenigen Minuten entnommene Niere beim Empfänger transplantiert.
Im Transplantationszentrum am Universitätsklinikum Leipzig wird eine von einem gesunden Spender vor wenigen Minuten entnommene Niere beim Empfänger transplantiert. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Dresden. Die Zahl der Organspender und -spenden in Sachsen ist in diesem Jahr wieder leicht rückläufig. Bis Anfang November verzeichnete die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nach der jüngsten Statistik nur 55 Menschen, die ihre Organe nach dem Tod für schwerkranke Patienten zur Verfügung stellen wollen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es acht mehr. Auch die Zahl der gespendeten Organe liegt mit 164 niedriger, 2018 waren es 177. Allerdings stehen mit 149 sechs Organübertragungen mehr zu Buche, ohne Lebendspenden.

Bundesweit hoffen laut DSO aktuell fast 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Bis Oktober spendeten 775 Menschen Organe, 2018 waren es noch 787. "Klar ist: Organspende rettet Leben", mahnt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) zum Handeln. "Jeder kann in die Situation kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein." Über Organspende dürfe nicht nur geredet werden. Die Aufklärung potenzieller Spender sei dabei ebenso wichtig wie die Schulung oder Freistellung von Personal in den Entnahmekrankenhäusern.

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Klepsch plädierte erneut für die Einführung der doppelten Widerspruchslösung, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Damit würde automatisch jeder als Spender gelten, der zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat, nach dem Tod könnten die Angehörigen noch widersprechen. Bisher gilt das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt sind. "Das bisherige Engagement reicht nicht aus", sagt Klepsch und verweist auch darauf, dass jährlich in Deutschland rund 2.000 Menschen stürben, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen.

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In Sachsen warteten Ende Oktober 475 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. 2018 standen nach der Statistik der Vermittlungsstelle für Organe Eurotransplant 505 Patienten auf Wartelisten. Gut zwei Drittel davon brauchten eine Niere. (dpa)

Informationen für Spender unter organspende.info