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Orosz distanziert sich von Londoner Bomberdenkmal

Die Oberbürgermeisterin ist über das geplante Ehrenmal für britische Luftkriegskämpfer „not amused“.

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Thilo Alexe

Das in London geplante Denkmal für britische Bomberpiloten des Zweiten Weltkrieges ruft skeptische Reaktionen in Dresden hervor. Die Sprecherin von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), Heike Großmann, äußerte sich zurückhaltend zu dem Ehrenmal. Sie sagte der SZ: „Dieses Denkmal ist aus Dresdner Sicht schwer zu verstehen. Gerade weil wir in den letzten 50 Jahren gemeinsam mit Großbritannien eine Erinnerungs- und Versöhnungskultur gelebt haben. Ein besonderes Beispiel dafür ist das Turmkreuz der Frauenkirche, das von Alan Smith, Sohn eines britischen Bomberpiloten, geschaffen wurde.“ Das seien wahre Zeichen der Versöhnung und nicht rückwärtsgewandte Signale, fügte Großmann hinzu. Allerdings wolle die Stadt den „gesellschaftlichen Diskurs“ in Großbritannien nicht bewerten. Erinnerungskultur sei „widerspruchsvoll und schwierig“.

Orosz, die am Montag zu einer Ausstellungseröffnung nach London gereist war, äußerte sich nicht selbst. Zusammen mit dem Londoner Oberbürgermeister Boris Johnson eröffnete sie eine Schau im „Transport Museum“ über den Nahverkehr während des Krieges in den bombardierten Städten London, Coventry und Dresden. Sie könne sich vorstellen, dass die Beteiligung der sächsischen Landeshauptstadt an der Schau nicht überall auf „ungeteilte Zustimmung“ gestoßen sei, sagte Orosz. Der Zweite Weltkrieg sei von Deutschland ausgegangen: „Daran gibt es nichts zu deuteln.“ Doch die gemeinsame Ausstellungseröffnung und die Städtepartnerschaft zu Coventry seien „wunderbare Zeichen der Versöhnung und Freundschaft“.

Beobachter gehen davon aus, dass Orosz am Rande der Vernissage mit Johnson über das Denkmal sprach. Einer der Initiatoren ist Sänger Robin Gibb. Seit Monaten sammelt die Vereinigung britischer Kriegsflieger Spenden für den Bau. Mehr als 55 000 Angehörige der Royal Air Force starben im Krieg.