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Oßling prüft mögliche Fusion

Die Gemeinde hat die Nachbarn Wittichenau, Bernsdorf und Kamenz gefragt, wie sie über einen Zusammenschluss denken.

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© René Plaul

Von Manuela Reuß

Oßling. Oßling ist auf Brautschau. Auch wenn es zunächst ein vorsichtiges Herantasten ans Thema Gemeinde-Ehe ist, so sind die Fusionsgedanken doch gegenwärtig. Bürgermeister Siegfried Gersdorf hatte jetzt per Brief bei den Nachbarkommunen angeklopft und gefragt, ob und wie sie sich einen Zusammenschluss vorstellen könnten. Bis zum 15. März sollten die drei Heiratskandidaten eine Antwort geben. Darüber informierte das Gemeindeoberhaupt jetzt die Gemeinderäte.

Die Antworten sollen die Grundlage für die erste Beratung des Arbeitskreises bilden, den der Gemeinderat Ende vorigen Jahres gebildet hat und der sich mit einer möglichen Gemeindefusion beschäftigen soll. Bisher habe das Gremium noch nicht getagt, erklärte Siegfried Gersdorf auf Nachfrage. Denn um zu überlegen, wie es mit Oßling weitergehen soll, brauche man zunächst eine Diskussionsgrundlage. Allerdings werde man diese Debatte nicht übers Knie brechen. Eine Entscheidung sei nicht einfach. Man müsse alle Optionen genau abwägen und nachdenken, in welche Richtung es am Ende gehen soll. „Dazu brauchen wir auch genügend Bedenkzeit.“ Zudem wolle man die Bürger einbeziehen.

Viele offene Fragen

Gemeinderat Johannes Nitzsche betonte noch einmal, dass sich die Wählervereinigung Arbeit, Familie, Vaterland nach wie vor gegen eine Gemeindegebietsreform und für die Erhaltung der Selbstständigkeit ausspreche. Gemeinderat Maik Kossack (WV Elstergrund) erklärte, dass es ja fünf angrenzende Gemeinden gebe. Er wollte wissen, warum Schönteichen und der Verwaltungsverband Klosterwasser nicht in die Auswahl einbezogen wurden. Schönteichen habe eine mögliche Fusion bereits 2012 abgelehnt, erklärte der Bürgermeister. Und eine neue Verwaltungsgemeinschaft zu bilden sei nicht zulässig. Prinzipiell wünsche der Gesetzgeber freiwillige Gemeindezusammenschlüsse.

Die Gründe für den Vorstoß in Sachen Fusion liegen in den klammen Finanzen der Gemeinde. Die bereits im Rahmen der Haushaltskonsolidierung getroffenen Maßnahmen hätten gezeigt, dass es für Oßling immer schwieriger werde, seine Eigenständigkeit zu erhalten, erklärte Bürgermeister Siegfried Gersdorf bereits vor Monaten den Räten. Und es sei auch nicht erkennbar, dass in absehbarer Zeit eine grundlegende Verbesserung eintreten wird. Deshalb sei es wichtig, die Lage zu sondieren.