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Dippoldiswalde

Osterwetter geht in die Geschichte ein

Im April gab es im Osterzgebirge Sonne satt statt Schmuddelwetter.

Die Osterhasen, hier auf dem Ostermarkt in Colmnitz, bekamen dieses Jahr über die Feiertage keine nassen Füße.
Die Osterhasen, hier auf dem Ostermarkt in Colmnitz, bekamen dieses Jahr über die Feiertage keine nassen Füße. © Egbert Kamprath

Wie schon 2018 fiel das sogenannte „Aprilwetter“ auch dieses Jahr aus. Zwei große Hochdruckgebiete wechselten sich über Mitteleuropa ab und so gab es neben sehr freundlichen Temperaturen auch so viel Sonne wie noch nie. Ganze 241,8 Stunden wurden an der Wetterstation Zinnwald-Georgenfeld gezählt – mehr als sonst im Juli üblich wäre, dem sonnigsten Monat im Jahr. Nur an drei Tagen schien keine Sonne.

Der April begann kühl, auf dem Osterzgebirgskamm lag noch Schnee, und einige Unverzagte versuchten sich noch auf den Loipen. Doch die Sonne schien schon länger als zehn Stunden, die Temperaturen stiegen und so war es mit dem Skivergnügen bald vorbei. Während die Quecksilbersäule in den Tieflagen am 3. April schon über 20 Grad kletterte, waren es in den Kammlagen nahe 15 Grad. Die Schneeflecken verschwanden und gaben das ganze Ausmaß der winterlichen Waldzerstörung frei. Bis zum 6. hielt das Frühlingswetter, dann zog eine Störung durch, die vereinzelt etwas Regen brachte. Der Wind drehte und so wurde es zur Monatsmitte hin kühler. Auch die ein oder andere dickere Wolke zog vorüber, aber alles in allem blieb es trocken. Am Morgen des 11. wurde es dann auch in den Tälern bitterkalt, selbst in Dohna zeigten die Thermometer -1,6 Grad, im nahegelegenen Rietzschketal ging es fast auf -5 Grad runter. Am 12. wurde in Zinnwald-Georgenfeld mit -5,1 Grad die Tiefsttemperatur des Monats gemessen. Die Sonne suchte man an diesem Tag vergebens, stattdessen schneite es sogar im Müglitztal.

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© SZ

Nach diesem Zitterwochenende drehte der Wind, bald kam die Sonne mehr zum Vorschein und das Osterwochenende wurde das trockenste Ostern in der Geschichte. Noch nie gab es an allen vier Ostertagen durchweg Sonne. Immer höher stiegen die Temperaturen, selbst im Bergland blieb es in den klaren Nächsten frostfrei, und vom 15. bis zum 22. war der Himmel nahezu wolkenfrei. Am 23. schwächelte das Hoch etwas, aber nur, um dann die ersten Sommertage zu bescheren – selbst an der Wetterstation Zinnwald-Georgenfeld wurden am 26. April 20,5 Grad gemessen. Doch im Tagesverlauf beendete eine Kaltfront den Frühsommer, mit Blitz, Donner und Wolkenbrüchen. Es sollte aber der einzige Gewittertag im April bleiben. Spürbar kälter mit einigem Regen war es am Monatsende.

Auch der April war viel zu warm, der 13. zu warme Monat in Folge. Selbst wenn der Temperaturrekord aus dem Vorjahr nicht gebrochen wurde, war es doch einer der wärmsten Aprilmonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Beim Niederschlag fehlte mehr als die Hälfte, hätte es den Regen zum Monatsende nicht gegeben, sähe es ganz furchtbar aus: Bis zum 26. fielen in Dohna zwei, in Bannewitz drei und in Zinnwald nur fünf Liter pro Quadratmeter. (Norbert Märcz)

Der Autor ist Vorsitzender des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld.