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Ostritzer feiern die Rechten an den Rand

Am 23. März ist wieder ein Rechtsrockkonzert im Hotel Neißeblick angekündigt. Die Stadt lässt sich auch diesmal nicht vereinnahmen.

Von Jana Ulbrich
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Im vergangenen November hatten die Ostritzer dem Nazi-Treffen an der Neiße ein buntes Friedensfest auf dem Marktplatz entgegengesetzt.
Im vergangenen November hatten die Ostritzer dem Nazi-Treffen an der Neiße ein buntes Friedensfest auf dem Marktplatz entgegengesetzt. © Robert Michael

Die Ostritzer werden ihre Stadt auch diesmal nicht den Rechtsextremen überlassen. Einer "politischen Kundgebung", die der stellvertretende Landesvorsitzende der Thüringer NPD, Thorsten Heise, am 23. März auf dem Gelände des Hotels Neißeblick veranstalten will, werden sie wieder ein buntes Friedensfest auf dem Marktplatz entgegensetzen. Darin sind sich die mehr als 40 Teilnehmer beim ersten Vorbereitungstreffen am Montagabend von Anfang an einig. "Wir werden uns und unsere Stadt von den Rechten nicht vereinnahmen lassen", sagt Cäcilia Schreiber von den Friedenfest-Organisatoren.

Die Ostritzer wollen erneut ein ganzes Wochenende lang feiern. Schon am Donnerstagabend soll es Dokumentarfilme und eine Diskussionsrunde geben, am Freitag und Sonnabend wird es den ganzen Tag über ein buntes Programm geben. Viele Mitwirkende haben schon zugesagt, darunter mehrere Bands und Theatergruppen. 

Die Grünen-Politikerin Franziska Schubert, der Schriftsteller Lukas Rietzschel und der Hochschulprofessor Raj Kollmorgen wollen sich auf dem Sachsensofa treffen. Die Oberbürgermeister von Zittau und Görlitz, Thomas Zenker (Zkm) und Siegfried Deinege (parteilos) haben zugesagt, eine gewichtige (Theater)Rolle zu spielen. Welche das sein wird, wollen die Organisatoren noch nicht verraten. Nur so viel: Es soll um Bier gehen.

Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) freut sich über so viel Engagement: "Wir sind uns doch alle darüber einig, dass wir unseren privaten und beruflichen Alltag und unser Vereinsleben nicht vom rechtsextremistischen Versammlungs- und Veranstaltungsgeschehen taktieren lassen", sagt sie.

ThorstenHeise hat für den 23. Juni beim Landratsamt eine "politische Kundgebung" mit "Musikbeiträgen"angekündigt, zu der rund 500 Teilnehmer erwartet werden. Ob und wie die Behörden auf die Veranstaltung auf dem Hotelgelände reagieren, ist noch nicht bekannt. Bekannt ist indessen bereits, dass das nächste rechtsextreme "Schild und Schwert-Festival" am 21. und 22. Juni in Ostritz stattfinden soll. An diesem Wochenende feiert der Ostritzer Fußballverein sein 100-jähriges Bestehen.

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