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Ottendorf will den Zug

Allerdings stellt die Gemeinde Bedingungen. Der Südbahnhof könnte zudem ein zentraler Umsteigepunkt werden.

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© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Seit Monaten schwebt über den Köpfen der Königsbrücker, der Ottendorfer und den Entscheidungsträgern beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) eine einzige Frage: Wie sieht die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen Dresden und Königsbrück aus? Der VVO hat zuletzt die Weiterführung und den Ausbau der jetzigen Eisenbahnlinie nach Königsbrück präferiert. Sehr zum Wohlwollen der Königsbrücker selbst, die diese Variante ebenfalls bevorzugen. Doch was ist mit den Ottendorfern? Die haben ihre offizielle Stellungnahme nun ebenfalls abgegeben – und sich für den Zug ausgesprochen. Allerdings soll dieser in Ottendorf enden.

Zug soll künftig aller 30 Minuten durch Ottendorf fahren

Die Eisenbahn als „Massenverkehrsmittel“ soll beibehalten werden. Allerdings muss das Angebot deutlich verbessert werden. So fordert die Gemeinde, dass der Zug künftig aller 30 Minuten fährt. Zusätzlich soll das Angebot vor allem in den Morgen- und Abendstunden sowie am Wochenende ausgedehnt werden. Dabei sollte der VVO vor allem auch die Betriebs- und Schichtzeiten im Gewerbegebiet im Blick haben und beachten.

Der Südbahnhof braucht dringend neue Technik

Damit der Zug künftig aller 30 Minuten durch Ottendorf rollen kann, ohne den gesamten restlichen Verkehr aufzuhalten, ist eine Modernisierung der Signalisierungstechnik insbesondere am Südbahnhof nötig, um minimale Schließzeiten des Bahnübergangs zu erreichen. Denn nicht selten kommt es im Berufsverkehr am Nachmittag vor, dass sich aufgrund des geschlossenen Bahnübergangs ein Stau von der B 97 bis auf die Autobahnabfahrt Hermsdorf bildet. Eine kreuzgefährliche Situation. Denn teilweise stehen die Autofahrer schon auf dem Standstreifen hinter dem Verzögerungsstreifen.

Erweiterung der Linie 33 bis zum Dresdner Hauptbahnhof

Die Gemeinde Ottendorf spricht sich dafür aus, dass die Städtebahn künftig nicht nur bis zum Neustädter Bahnhof fährt, sondern die Strecke bis zum Hauptbahnhof verlängert wird.

Schnelles Umsteigen an den zentralen Haltestellen garantieren

Die Gemeinde Ottendorf fordert, dass an den zentralen Umsteigepunkten der Städtebahn an den Dresdner Haltepunkten Klotzsche, Neustadt und Hauptbahnhof keine ewigen Wartezeiten zu den weiterführenden Linien Richtung Kamenz, Bautzen, Pirna und Meißen sowie zu den weiteren Linien im Stadtgebiet Dresden entstehen. Ein schnelles Umsteigen soll den Fahrgästen garantiert werden.

Zuganbindung sollte am Südbahnhof von Ottendorf-Okrilla enden

Aus Sicht der Großgemeinde ist es sinnvoll, wenn die Zuganbindung am Bahnhof Süd endet (die sogenannte EBO Variante 4, die unter anderem von den beauftragten Dresdner Verkehrsplanern in ihrem Gutachten als Vorzugsvariante genannt ist). Mit Blick auf das parallel laufende Buskonzept des VVO sollte hier ein großer, attraktiver Umsteigepunkt entstehen. Hierzu müssten die vorhandenen Flächen neu geordnet werden. Zudem würde die Ottendorfer Verwaltung prüfen, ob ein weiterer Bereich für eine Park-and-Ride-Fläche zur Verfügung gestellt werden kann.

Ab dem Südbahnhof schlägt die Gemeinde Ottendorf-Okrilla vor, einen attraktiven Busverkehr im 30-Minuten-Takt einzurichten, der die verschiedenen Ortsteile von Königsbrück und Umlandgemeinden bedient.

Bis zur Erweiterung der Taktzeiten soll ein Bus die Lücke schließen

Bis zur tatsächlichen Umsetzung der zusätzlichen Züge werden wohl noch einige Monate verstreichen. Die Gemeinde schlägt als Interimslösung vor, dass ein Bus die Strecke zwischen Königsbrück und Dresden derzeit bedient, um den 30-Minuten-Takt schnellstmöglich herzustellen.

Gemeinde bleibt offen gegenüber der Straßenbahn-Variante

Neben der Variante EBO V4 haben die Dresdner Verkehrsplaner als alternative Vorzugsvariante die Möglichkeit genannt, anstelle des Zuges die Straßenbahn im 30-Minuten-Takt von Dresden bis nach Ottendorf-Okrilla zu führen und von dort aus einen Bus nach Königsbrück einzusetzen. Für Ottendorf bleibt auch die Umsetzung dieser Variante, die stets im Gespräch war, weiterhin denkbar.