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Ottendorfs Kinder haben eine Stimme

Schüler haben ihre eigenen Ideen für die Entwicklung des Ortes beim Planungsbüro Schubert eingereicht.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

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Ottendorf-Okrilla. Mitbestimmen und Mitreden. Was ist in Ottendorf-Okrilla gut? Was gefällt überhaupt nicht? Wo gibt es Nachholbedarf bei Freizeit- und Sportmöglichkeiten und wie könnte die Großgemeinde im Jahr 2035 aussehen? All diese Fragen sind wichtig für das Radeberger Planungsbüro Schubert, das derzeit an dem Ortsentwicklungskonzept für die sächsische Gemeinde arbeitet. Die Erwachsenen durften ihre Ideen und Anregungen bereits einbringen. Im Rahmen von Workshops, die das Planungsbüro während des vergangenen Sommers in allen Ortsteilen durchgeführt hat, konnten sie bereits mitreden. Doch was ist mit den Kindern und Jugendlichen? Sind sie nicht genau diejenigen, die hoffentlich auch 2035 noch im Ort leben? Im Idealfall mit ihrer eigenen Familie?

Bunt gestaltet zeigt die Ergebniss-Mappe der Ortsforscher, was sich die Oberschüler wünschen. Dazu zählen unter anderem ein Kino, eine Disco und mehr Grün – zum Beispiel ein kleiner Park.
Bunt gestaltet zeigt die Ergebniss-Mappe der Ortsforscher, was sich die Oberschüler wünschen. Dazu zählen unter anderem ein Kino, eine Disco und mehr Grün – zum Beispiel ein kleiner Park. © Thorsten Eckert

Genau diesen Gedanken hat auch die Steuerungsgruppe „Jugendarbeit in Ottendorf-Okrilla“ verfolgt. Zu ihr gehören Jugendsozialarbeiter, Erzieherinnen und ein Mitarbeiter des Planungsbüros Schubert. Unter Leitung der Schulsozialpädagogin Antje Krieck starteten beispielsweise die Ortsforscher eine Wünschebaum-Aktion für die Oberschüler. Eine Kurzbefragung in den Klassenstufen fünf bis neun wurde durchgeführt und die Ergebnisse am Wünschebaum – gut sichtbar positioniert im Schulgebäude – zusammengefasst und veröffentlicht. Doch auch die Grundschüler sollten mitreden dürfen. Dazu führte die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, an deren Programm „Demokratie in Kinderhand“ Ottendorf-Okrilla seit August des vergangenen Jahres teilnimmt, im Dezember und Januar zwei Workshops mit den Kinderräten der drei Hort-Einrichtungen durch. Zuerst sammelten die Kinder alle Spiel- und Freizeitmöglichkeiten im Ort. In der Kritikphase erfassten sie alle Dinge, die sie in ihrem Alltag und in ihrem Umfeld stören. Im letzten Schritt schrieben die Grundschüler ihre Ideen für die Wunschfee auf. Darauf aufbauend fand ebenfalls eine schriftliche Befragung aller Grundschüler der zweiten bis vierten Klasse statt.

Auf der Wunschliste: Kino oder Schwimmbad

Und die Ergebnisse? Was wünschen sich die jüngsten Ottendorfer? Am häufigsten nannten die Schüler zusätzliche Freizeitangebote wie ein Kino oder ein Schwimmbad. Die Kleinsten wünschten sich zudem mehr Spielplätze und Klettermöglichkeiten, während die Jugendlichen eine Parcour- und Skateanlage sowie mehr Shopping-Möglichkeiten favorisieren.

Insgesamt haben sich mehr als 500 Kinder und Jugendliche an der Arbeit beteiligt. Zehn Vertreter von Grund- und Oberschülern überreichten ihre Ergebnisse am Montagnachmittag schließlich dem Planungsbüro Schubert. „Danke, dass wir unsere Meinung sagen durften“, erklärte Theresa aus dem Hort Medingen glücklich, als sie die Mappe mit den Ideen an Chef Mario Schubert übergeben durfte. Der konnte nur herzlich lachen und die Dankes-Worte zurückgegeben. „Es ist gut, wenn wir auch einen anderen Gesichtspunkt auf die Gemeindentwicklung bekommen. Schließluch müsst ihr ausbaden, was wir uns ausdenken“, so der Planer gegenüber der jungen Ottendorfer Delegation.

Und auch Ottendorfs Hauptamtsleiter Udo Rößler zeigte sich stellvertretend für die Gemeinde dankbar. „Sonst würden nur die Erwachsenen entscheiden, was gut für die Kinder ist. Dank des Projektes haben sie aber eine Stimme bekommen.“ Und nun ist es die Aufgabe des Planungsbüros Schubert, die Ideen und Wünsche der Jüngsten in das Ortsentwicklungskonzept einzuarbeiten. Doch auf diese Art und Weise konnten immerhin alle Ottendorfer mitreden.