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Otzdorfer Damm soll in einem Jahr repariert sein

Die Bauarbeiter sollen bald beginnen. Noch liegt jedoch eine Wasserleitung im Weg. Die hat aber eine wichtige Funktion.

© Dietmar Thomas

Von Andreas Neubrand

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Roßwein/Otzdorf. Am Damm in Otzdorf tut sich was. Der ehemalige Ortsvorsteher Heinz Martin (Freie Wähler) ist darüber erfreut: „Die Baucontainer haben die Arbeiter schon aufgestellt. Als Nächstes sollen Strom verlegt und die Zufahrtsstraßen etwas erweitert werden, damit die Baufahrzeuge anrücken können. Im Frühjahr müssten die Arbeiter anfangen, dann wären sie bis Jahresende fertig.“

Doch bis dahin ist ein – hoffentlich – letztes Hindernis aus dem Weg zu räumen: Eine im Vorfeld unbekannte Wasserleitung, die bei einer weiteren Inspektion entdeckt Ende 2017 wurde. Diese würde bei dem Einbau von Spundwänden beschädigt. Sie liegt also definitiv im Weg. „Da diese Leitung die Zisterne im Ort mit Wasser versorgt, muss sie verlegt werden“, so Heinz Martin. Für diese Leitung ist der örtliche Wasseranbieter, die Oewa Wasser und Abwasser GmbH, nicht zuständig. „Soweit uns bekannt ist, dienen die Zisternen dem Feuerlöschbedarf und wurden auch dafür eingerichtet“, so Sprecherin Sylke Hermann am Donnerstag auf DA-Nachfrage. Wie die Verlegung der Leitung im Detail aussehen könnte, war aus der Roßweiner Stadtverwaltung nicht zu erfahren. Jedoch sei das Problem bekannt und in Klärung.

Trotz der noch etwas unklaren Lage hofft Heinz Martin auf einen baldigen Beginn der Reparaturarbeiten: „Ich sorge mich nicht nur als Anwohner, sondern auch als ehemaliger Ortsvorsteher.“ Am 8. Januar 2011 brach der Damm des Regenrückhaltebeckens in Otzdorf. Taglanger Regen verwandelte den Eulitzbach in ein reißendes Gewässer. Diesem Strom konnte der Damm nicht standhalten. Er gab nach, worauf das Wasser ungehindert ins Dorf floss. Dabei war der Damm erst 2008 erbaut worden.

Nach einer intensiven Untersuchung des Dammes kamen externe Experten der Ursache für die Risse im Bauwerk auf die Spur. Schuld an dem Bruch war eine wasserführende Bodenschicht in acht Meter Tiefe, die den Damm langsam aufweichte. Bei Probebohrungen vor dem eigentlichen Baubeginn stießen die Experten auf eine feste Gesteinsschicht, von der angenommen wurde, sie könne den Damm tragen.

2013 wurde der Damm mit Betonriegeln gestützt. Doch vor einem Hochwasser würden auch diese keinen zuverlässigen Schutz bieten. Mit einem solchen Hochwasser sei aber alle 25 Jahre zu rechnen, sagen Experten.

Die eigentliche Reparatur sollte auch recht zügig folgen. Doch es kam anders. Die Pläne wurden immer wieder verschoben. Das eine Mal überzeugte die Bauweise nicht, ein anderes Mal fehlte das Geld. Jetzt sei die Firma BauCom Bautzen GmbH engagiert worden, so der Niederstriegiser Ortsvorsteher Steffen Zaspel (Freie Wähler).

Bisher hat die Kommune mehrere Hunderttausend Euro ausgegeben. Dabei wurde das meiste Geld in Baugrunduntersuchungen und die Planung investiert. Die eigentlichen Reparaturkosten wurden mit 599 000 Euro veranschlagt. Dafür hat die Stadt Roßwein fast 339 000 Euro als Eigenmittel im Haushalt ausgewiesen. Gefördert wird die Reparatur vom Land Sachsen mit 310 000 Euro. (mit DA/sol)