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Leere Kasse: Oybin will das Rathaus verkaufen

Die denkmalgeschützte Villa ist als Amtssitz für den Bürgermeister schon lange zu groß und zu teuer. Ein privater Interessent macht der Gemeinde jetzt ein Angebot.

Von Jana Ulbrich
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Ein privater Investor möchte der Gemeinde Oybin das Rathaus abkaufen.
Ein privater Investor möchte der Gemeinde Oybin das Rathaus abkaufen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Villa ist schön. Sie ist groß. Sie ist malerisch gelegen. Aber das Rathaus im schönen Zittauer Gebirgskurort Oybin ist vor allem auch eins: teuer für die Gemeinde in der Unterhaltung und im Investitionsbedarf. Schon lange ist das große Gebäude mit dem getäfelten Treppenhaus, dem Saal im Erdgeschoss und den vielen Zimmern viel zu groß, um nur als Amtssitz allein für den Bürgermeister zu dienen.

"Ich sitze hier zwar in einem schönen Raum, aber eigentlich brauchen wir als Gemeinde das Rathaus nicht mehr", muss Tobias Steiner (SPD) so auch nüchtern feststellen. Als ehrenamtlicher Bürgermeister ist er ohnehin nur stundenweise in seinem Amtszimmer anzutreffen, die Mitarbeiter sitzen längst bei der Verwaltungsgemeinschaft im Olbersdorfer Gemeindeamt oder im gemeindeeigenen Fremdenverkehrsbetrieb im Haus des Gastes.

Der Bürgermeister und seine Sekretärin hätten im Haus des Gastes ebenfalls noch Platz. "Ich könnte mir gut vorstellen, den Amtssitz dorthin zu verlegen", sagt Steiner. Das hätte mehrere Vorteile: Die Mitarbeiter vom Bauhof und dem Eigenbetrieb sitzen im selben Haus - und das ist vor allem auch barrierefrei. Hinzu kommt, dass es im Oybiner Gemeindesäckl nicht anders aussieht als in den Kassen anderer Gemeinden: Das Geld ist knapp und muss zusammengehalten werden - notfalls eben auch mit dem Verkauf von Immobilien, dem Tafelsilber, das in diesem Fall mehr kostet als nutzt.

Und jetzt scheint es tatsächlich eine Möglichkeit zu geben, das schöne, teure Rathaus gewinnbringend loszuwerden. Zumindest bestätigt der Bürgermeister, dass es einen "ernstzunehmenden Interessenten" gibt, der der Gemeinde ein Kaufangebot gemacht hat. Nach Information des Bürgermeisters soll es sich um einen auswärtigen Käufer handeln, der nach Oybin ziehen und in der Villa seinen Wohnsitz nehmen will. Zuzug kann Oybin ja auch immer gebrauchen.

Am Montagabend hat Tobias Steiner dem Oybiner Gemeinderat das Kaufangebot vorgestellt. Die Beratung fand erst einmal in nicht öffentlicher Sitzung statt. Zum Ausgang der Diskussion und einer möglicherweise schon erfolgten Beschlussfassung wollte der Bürgermeister im Nachgang der Sitzung noch nichts sagen. Laut Gemeindeordnung müssen Beschlüsse aus nicht öffentlichen Gemeinderatssitzungen erst zur nächsten öffentlichen Sitzung bekannt gegeben werden.