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Palästinenser ersticht israelisches Mädchen in dessen Bett

Seit vergangenem Herbst greifen Palästinenser immer wieder Israelis mit Messern an. Jetzt war ein schlafendes Kind in seinem Bett das Ziel - die Bluttat schockt Israel.

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Tel Aviv. Ein palästinensischer Attentäter hat im Westjordanland ein schlafendes israelisches Mädchen in dessen Bett erstochen. Der Angreifer sei von Sicherheitskräften erschossen worden, teilte die israelische Armee am Donnerstag mit. Er habe dabei noch einem Sicherheitsmann Stichverletzungen zugefügt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Angriff scharf.

„Der Horrormord an einem jungen Mädchen in seinem Bett unterstreicht den Blutdurst und die Unmenschlichkeit von aufgehetzten Terroristen, mit denen wir es zu tun haben“, sagte Netanjahu. „Wir werden weiterhin hart und entschlossen gegen Terrorismus überall und zu jeder Zeit vorgehen.“

Das Dorf, aus dem der Attentäter stammt, werde abgeriegelt, kündigte Netanjahu an. Arbeitsgenehmigungen für Mitglieder seiner Familie in Israel würden entzogen. Die Zerstörung seines Hauses werde vorbereitet.

Das Westjordanland wurde im Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt und wird weitgehend von Israel kontrolliert.

Der Attentäter war laut palästinensischem Gesundheitsministerium ein 19-Jähriger aus einem Dorf in der Nähe. Der Palästinenser drang in einer israelischen Siedlung bei Hebron in ein Haus ein und tötete das noch schlafende Kind in seinem Bett. Nach Angaben des zuständigen Krankenhauses in Jerusalem war es 13 Jahre alt.

Die Mutter des Mädchens sagte im Fernsehen: „Wie viele Jugendliche in den Sommerferien schlief meine Tochter einfach bis spät. Dann kam ein Terrorist und tötete sie in ihrem eigenen Bett.“

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober insgesamt 34 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten bei ihren eigenen Anschlägen.

Als Auslöser der Gewalt gilt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Als Grund wird auch die Frustration der Palästinenser über die fortwährende israelische Besatzung gesehen. Der Friedensprozess liegt seit mehr als zwei Jahren brach. (dpa)