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Neue Verwendung für Pannen-Asphalt

Auf acht Kilometern musste die frische Deckschicht auf der A 4 wieder raus. Das sorgt für viel Ärger – und hilft an anderer Stelle gegen Matsch.

© Reiner Hanke

Von Reiner Hanke

Kleinröhrsdorf. Die Panne beim Bau auf der A 4 zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz sorgt nach wie vor für Unmut. Täglich droht Stau auf dem acht Kilometer langen Abschnitt – und das viel länger als geplant. Mitte August sollte es dort wieder rollen. Doch dann musste die Asphaltschicht wieder runter, noch ehe die ersten Autos drüberrollen konnten. Doch bei all dem Ärger gibt es jemanden, der sich darüber freut. Nicht über den Stau. Aber über das Material, das quasi wie gerufen kommt.

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Ein Teil des für die Autobahn unbrauchbaren Asphalts liegt nun auf anderen Wegen. Dort geht es freilich geruhsamer zu. Da spielt eine besonders hohe Qualität des Materials eine untergeordnete Rolle. Der grauschwarze Bruch knirscht jetzt unter den Sohlen auf Wegen durch das Gut Heinrichshof im Großröhrsdorfer Ortsteil Kleinröhrsdorf. Betriebsleiter Stefan Seyfarth betont, es sei aber nicht die Asphaltschicht selbst. „Es ist die Verbindungsschicht, auf der die Asphaltschicht aufgegossen wird. Es ist noch nicht ein Auto darüber gefahren.“ Die Unbedenklichkeit sei zertifiziert. Das Gut habe seine Chance genutzt und das Material von der A 4 günstig erstehen können, so Seyfarth.

Auf dem Gelände der Reitanlage gibt es etwa drei Kilometer unbefestigte Wege. Die spüle es immer mehr aus. Schwere Technik wie Radlader tue das Übrige, nicht zu vergessen die Pferde. Gerade im Winter sei es gefährlich glatt. Immer wieder rutsche der Schnee von den Rändern in die ausgefahrenen Wege.

Das soll nun Vergangenheit sein. Dafür rollten 700 Tonnen Material von der A 4 am Heinrichshof an. 600 Tonnen wurden auf dem Gut selbst verteilt. 100 Tonnen auf Feldwegen von Landwirten aus der Nachbarschaft. Es sei ein Kraftakt gewesen, alles binnen kurzer Zeit zu verteilen, sagt Stefan Seyfarth. Unterstützung habe es von Nachbarn gegeben, auch ein Baubetrieb rückte an. Ohne große Maschinen wäre es schwierig geworden. „Wir sind sehr glücklich über diese Lösung“, sagt der Betriebsleiter. Und die Baufirma sei auch froh gewesen.

Auf der A 4-Baustelle ersetzt inzwischen frischer Straßenbelag den fehlerhaften. Der sei nicht ausreichend ausgehärtet gewesen, erklärt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau. Bereits ohne Autoverkehr drohte eine Spurenbildung. Das habe man so nicht abnehmen können.

Für die Wege in Kleinröhrsdorf sei das Material optimal, erklärt Stefan Seyfarth. Es müsse sich jetzt ein paar Wochen setzen. Dann werde es eine feste Schicht bilden. So drohe im Winter weniger Matsch. Bis dahin wird wohl auch der Ärger der Autofahrer verflogen sein. Ende des Monats soll die A 4 wieder frei sein.