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Gesundheit

Parasiten im Stuhlgang

Es kommt gar nicht so selten vor, dass ein Mensch Parasiten im Stuhlgang findet.

© Esi Grünhagen

Dabei handelt es sich um Kleinstlebewesen wie Würmer, Einzeller, Amöben und Lamblien. Viele davon sind überwiegend in den Tropen zu finden. Am bekanntesten in Deutschland ist der Kindermadenwurm (Enterobius vermicularis), auch Fadenwurm genannt. Die Ansteckung erfolgt über die Eier und Larven der Parasiten, die sich unter anderem in verunreinigter Nahrung befinden. Auch eine Übertragung über die Haut ist möglich, wenn man beispielsweise barfuß über larvenhaltigen Untergrund läuft. Darüber hinaus wechseln die Eier auch über Körperflüssigkeiten oder die Ausatmung den Wirt. Kleinere Kinder sind von einem Befall am meisten gefährdet, da sie vieles anfassen und ihre Hände anschließend oft ungewaschen in den Mund stecken. Schätzungsweise ein Drittel von Ihnen ist weltweit von Madenwürmern betroffen.

Anzeichen eines Fadenwurmbefalls

Prinzipiell gibt es keine ausgeprägten Anzeichen. Jedoch deuten nachstehende Symptome teilweise auf eine Infektion durch Fadenwürmer hin:

  • Juckreiz in der Afterregion
  • chronische Bauchschmerzen oder Verstopfung
  • Müdigkeit und infolge Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • allgemeines Unwohlsein
  • Blässe
  • Augenringe

Befinden sich Parasiten oder Teile davon am Schlafanzug, im Bettzeug oder der Toilette, ist der Befall eindeutig. Bei Würmern im Stuhlgang sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Erkennung und Behandlung durch den Arzt

Besteht der Verdacht auf Wurmbefall, wird in der Arztpraxis der Darmausgang untersucht und eventuell ein Analabstrich gemacht. Die weiblichen Madenwürmer verlassen den Darm und sterben. Mit einer Größe von bis zu elf Millimetern sind sie teils mit bloßem Auge erkennbar. Auch durch eine Stuhlprobe lassen sich die Parasiten manchmal nachweisen.

Die Einnahme von parasitentötenden Medikamenten beseitigt die Fadenwürmer. Meist dauert die Behandlung nur wenige Tage bis zu einer Woche. Um eine erneute Infizierung zu vermeiden, sollten Pyjama und Bettwäsche ausgekocht werden. Wichtig ist auch die hygienische Sorgfalt. Sie beinhaltet das Kürzen der Fingernägel, tägliches Duschen und insbesondere das gründliche Händewaschen nach jedem Stuhlgang. Aufgrund der relativ leichten Ansteckungsgefahr sollten Familienmitglieder gleichfalls auf die Symptome eines Wurmbefalls achten beziehungsweise auch untersucht werden. Stellt der Arzt allgemein schlechte hygienische Bedingungen im Leben des Betroffenen fest, entscheidet er sich oftmals zur prophylaktischen Behandlung der gesamten Familie.

Mögliche Komplikationen

Bei Mädchen kann es zu einer Scheidenentzündung kommen, die durch häufiges Kratzen entsteht. Dabei gelangen die Wurmeier in den Schambereich und sorgen für eine Infektion. Selten entzündet sich der Blinddarm oder es bildet sich ein Dickdarmgeschwür. Weiterhin kann der Wurmbefall zu einem Gewichtsverlust führen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Madenwurminfektion

Kinder sollten von klein auf lernen, sich regelmäßig die Hände zu waschen, außerdem keine Gegenstände in den Mund zu nehmen. Die Fingernägel sind jederzeit möglichst kurz zu halten. Auch das häufige Wechseln der Kleidung ist wichtig. Eltern sollten Ihren jüngeren Kindern zudem die Analregion in kurzen Zeitabständen gründlich reinigen. Waschen sie sich bereits selbst, sind sie auf die Wichtigkeit dieses Vorgehens aufmerksam zu machen.

Einfluss von Einzeller-Parasiten auf die Psyche

Im Fall des einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii besteht der Verdacht, dass dieser sich nachhaltig auf die Psyche eines Menschen auswirken kann. Lange Zeit war unklar, wie die Manipulation des befallenden Zwischenwirtes stattfindet. Von Wissenschaftlern wurde jedoch nunmehr ein Eingreifen des Parasiten in die Produktion des Hirnbotenstoffes Dopamin festgestellt. Er hat Einfluss auf das Verhalten, die Kognition und die Bewegung. Auch kann er sich offenbar auf emotionale Reaktionen wie Angst sowie auf das Bedürfnis nach Erregung auswirken. Britische Forscher erhöhten deutlich die Dopaminproduktion von Hirnzellen in Laborkulturen durch eine Infizierung mit Toxoplasmazellen. Umso mehr Parasiten in der Zellkultur beinhaltet waren, desto höher lag die Dopaminproduktion. Sie erreichte schließlich das Dreifache des Niveaus in nicht infizierten Kulturen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin K. Baumann.