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Paritätischer fordert Landesprogramm für Schulsozialarbeit

Ob Mobbing, Probleme mit den Eltern oder Fragen zum Erwachsenwerden: Schulsozialarbeiter stehen Jungen und Mädchen zur Seite. Doch fast 90 Prozent der Einrichtungen müssen auf die Sozialpädagogen verzichten.

Dresden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat ein langfristig angelegtes Landesprogramm zur Sicherung der Schulsozialarbeit in Sachsen gefordert. „Es gibt eine große Lücke, dabei ist der Bedarf groß“, sagte der Referent für Jugendhilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Hartmut Mann, am Dienstag in Dresden. Demnach decken derzeit rund 160 Schulsozialarbeiter etwa 180 Schulen im Freistaat ab. „Damit bleiben fast 90 Prozent der allgemeinbildenden Schulen ohne Unterstützung“, so Mann. Der Paritätische Wohlfahrtsverband wünscht sich einen Sozialarbeiter pro Schule - und eine stabile Finanzierung.

Bisher sei die Schulsozialarbeit ein Flickenteppich, gefördert von Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), Kommunen und Land. „Es braucht eine verlässliche Finanzierung, damit die Schulen Planungssicherheit haben“, so Mann. Unklare Zuständigkeiten zwischen den Ministerien und unterschiedliche Finanzierungsströme machten den Sozialpädagogen das Leben schwer.

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Mitte Mai hatte das Sozialministerium angekündigt, die Schulsozialarbeit bis zum Jahresende mit rund vier Millionen Euro zu sichern. Damit sei die Möglichkeit der Anschlussfinanzierung der bisher über ESF-Mittel finanzierten Projekte gegeben. „Das zeigt den hohen Stellenwert, den wir der Schulsozialarbeit beimessen“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Wie es im nächsten Jahr mit der Förderung weitergehe, werde der neu gewählte Landtag im Herbst beschließen, hieß es.

Schulsozialarbeiter stehen den Schülern in Konfliktsituationen zur Seite und beraten sie bei Mobbing oder Problemen mit den Eltern. In Dresden arbeiten derzeit 20, in Leipzig 56 und in Chemnitz 18 Schulsozialarbeiter. (dpa)