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Park statt Robotron

Für die geplante Erweiterung des Blüherparks sollen Parkplätze verschwinden. Gibt es eine Lösung?

© René Meinig

Von Nora Domschke

Eigentlich sollte der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch über die Pläne für das Stadtquartier am Blüherpark abstimmen. Bis 2025 sollen auf dem ehemaligen Robotrongelände 3 000 neue Wohnungen entstehen. Die Entscheidung dazu wurde nun allerdings noch einmal verschoben – die geplante Erweiterung des Blüherparks sorgt nämlich für Ärger. Und zwar beim Direktor des Hygienemuseums.

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Mit einem Brief hatte sich Klaus Vogel an die Stadträte gewandt und die Pläne kritisiert. Das Problem: Mit der derzeitigen Variante für die Erweiterung der Parkfläche wird die Belieferung des Museums deutlich erschwert, erklärte Vogel im Bauausschuss. Die Belieferung des Gebäudes erfolge ausschließlich über die Zinzendorfstraße auf der nordwestlichen Seite des Museums. Dort befinden sich große Tore und ein Aufzug. Künftig werden Lkw, die etwa Materialien für die Werkstätten oder Essen anliefern, allerdings deutlich weniger Platz haben. Denn ein Teil der vom Lieferverkehr genutzten Fläche soll dem Park zugeschlagen werden. Dadurch würden außerdem Pkw- und Fahrradstellplätze für die Mitarbeiter wegfallen, so Vogel weiter.

Der Museumsdirektor fordert, dass die Verwaltung nach einer Lösung sucht, bei der mehr Platz für die Belieferung bleibt. Die Stadträte im Bauausschuss verwiesen den Bebauungsplan deshalb nun zunächst in den Umwelt- und Kulturausschuss, damit an dieser Stelle nachgebessert wird. Im Februar sollen die Pläne erneut im Bauausschuss besprochen werden.

Dabei ist die Erweiterung des Blüherparks vor allem deshalb notwendig, um einen Ausgleich für die mehr als 300 Bäume zu schaffen, die den neuen Wohngebäuden zum Opfer fallen. Eine Artenschutzprüfung hatte ergeben, dass auf dem Gelände 17 Brutvogel- und sechs Fledermausarten leben. Sie sollen in den neu gepflanzten Bäumen im Blüherpark wieder einen Lebensraum bekommen.

Mittlerweile ist ein Teil des Areals, auf dem die neuen Wohnungen entstehen sollen, beräumt. In den vergangenen Monaten wurde das Robotron-Atrium I an der Bürgerwiese abgerissen, derzeit fällt das alte Rechenzentrum. Der Investor, die Immovation AG aus Kassel, plant demnächst auch den Abriss des ehemaligen Kantinengebäudes. Das Vorhaben ist allerdings heftig umstritten. Viele Dresdner, darunter auch das Architektur-Netzwerk Ostmodern fordern, dass das Gebäude als Beispiel der DDR-Architektur erhalten bleiben soll. Sie hoffen, dass sich der Bauausschuss für die Rettung der Kantine einsetzt. Bereits im Dezember hatte allerdings die Mehrheit der Altstädter Ortsbeiräte für den Bebauungsplan gestimmt. Sie nehmen damit auch den Abriss der Kantine in Kauf.