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Parken sollte teurer als Bahnfahren sein

Kostenloser ÖPNV allein ist keine Lösung, heißt es bei einer Runde zum Gratis-Nahverkehr. Autos müssten es schwerer haben.

© Sven Ellger

Von Christoph Springer

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) lehnen die Einführung von kostenlosem Nahverkehr ab. Das sagte Vorstand Andreas Hemmersbach am Mittwochabend bei einer Diskussionsveranstaltung, zu der die Grünen eingeladen hatten. „Unsere Leistung hat einen Wert und die können wir auch verkaufen“, stellte Hemmersbach fest. „Warum soll das eigene Produkt nicht auch zu einem fairen Preis verkauft werden?“ Er räumte allerdings ein, dass den DVB-Verantwortlichen die regelmäßigen Steigerungen der Ticketkosten ein Dorn im Auge sind. „Natürlich kann es ein bisschen preiswerter sein.“

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Thema der Diskussion, die Stadtrat Michael Schmelich leitete, war die Frage, ob kostenloser Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) machbar oder eine Utopie ist. Stephan Kühn, Dresdner und Bundestagsabgeordneter der Grünen, gab zu bedenken, auch Gratis-ÖPNV sei nicht kostenlos. „Irgendjemand muss ja dafür bezahlen.“ Gäbe es keine Fahrkarten mehr, müssten Nahverkehrsangebote über Steuern oder andere Abgaben finanziert werden. Dass viele Autofahrer automatisch in Busse und Bahnen einsteigen, wenn sie dafür keine Fahrkarten mehr brauchen, glaubt er nicht. „Man muss es den Autofahrern schwerer machen“, war sich Kühn mit den Zuhörern im Stadtteilladen der Grünen in Plauen einig. Auch Hemmersbach stimmte dieser These zu.

Der Dresdner Dietmar Hunger machte einen konkreten Vorschlag. „Eine Stunde Bus und Bahn fahren muss immer günstiger sein als eine Stunde parken“, forderte er und erinnerte: früher sei ein Liter Benzin teurer gewesen als eine Fahrt mit Bus und Bahn. Heute sei das umgekehrt.

Hemmersbach ließ sich am Mittwochabend bei der Frage nach der Zukunft der DVB nicht aus der Reserve locken. Während Stephan Kühn vom Wandel zu einem Mobilitätsdienstleister sprach, der neben Bus- und Bahnverkehr auch Autos und Fahrräder verleihen könnte, forderte der DVB-Vorstand vor allem den zügigen Gleisnetz-Ausbau. Die Trassen müssten für die neuen, breiteren Bahnen fit gemacht werden, sagte Hemmersbach. Das betreffe zum Beispiel die Königsbrücker, die Kesselsdorfer und die Blasewitzer Straße.