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Parkfrust an Dresdens Standesämtern

© Marion Gröning

Brautpaare müssen teils lange nach einem Stellplatz suchen. Warum werden keine Lücken reserviert?

Von Sarah Herrmann

Es soll der schönste Tag im Leben sein. Wenn Brautpaar und Gefolge aber minutenlang nach einem Parkplatz suchen müssen, kann das die gute Laune dämpfen. Magdalena Neumann sieht der Trauung ihrer Tochter jedenfalls mit gemischten Gefühlen entgegen, seitdem sie sich vor Kurzem am Standesamt im Kulturrathaus auf der Königstraße umgesehen hat.

Das befindet sich in einem Anwohnerparkgebiet, in welchem Anwohner ihre Fahrzeuge mit einem Berechtigungsschein, Gäste mit einem kostenpflichtigen Parkticket abstellen können. Auch direkt vor dem Standesamt gibt es keine Ausnahmen: Die zwei Lücken, die sich dort befinden, können von jedermann genutzt werden und sind daher meistens belegt. „Heiratswillige können also nur auf der Straße aus- und eingeladen werden und müssen sich dann zwischen den Autos durchzwängen“, sagt Neumann. Vor allem für die Braut in ihrem weißen und eventuell ausladenden Kleid sei das eine Zumutung. Die Dresdnerin wünscht sich, dass dort zumindest eine Stellfläche für Paare reserviert wird. Schließlich fänden die Trauungen im Kulturrathaus im Stundentakt statt.

Die Stadtverwaltung sieht diesbezüglich allerdings keine Handhabe. „Für Trauungen gibt es keine festen Taktzeiten, schon gar nicht in den Objekten außerhalb des Standesamtes Goetheallee. Deshalb wäre es auch nicht möglich, dort Plätze zu reservieren“, teilt Stadtsprecher Karl Schuricht auf SZ-Anfrage mit. Das sei auch im Sinne der Gleichberechtigung nicht umsetzbar. Denn laut Straßenverkehrsordnung müssen für alle Kraftfahrzeugführer die gleichen Rechte gelten. Da das Kulturrathaus auch anders genutzt wird, wäre es eine Bevorteilung, einen Stellplatz für die Brautpaare zu reservieren.

„Es gibt für Trauungen keine Sonderparkrechte für das Brautpaar und auch nicht für die weiteren Gäste der Eheschließung“, erklärt Schuricht. Er bittet um Verständnis und das Brautpaar und seine Gäste darum, sich vorab schon mit den Parkmöglichkeiten vor Ort vertraut zu machen.

Neben dem Standesamt auf der Goetheallee und dem Kulturrathaus stehen Heiratswilligen neun weitere Orte für die Trauung zur Verfügung. So können sie sich im Schloss Albrechtsberg, Landhaus, DDV-Stadion, Schloss Schönfeld, Rathaus Weixdorf, Lingnerschloss, Palais im Großen Garten sowie im Carl-Maria-von-Weber, oder im Kraszewski-Museum das Ja-Wort geben.