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Parkhaus statt Internationale Gärten

Bis zum Schluss hatten die Gärtner um ihre Parzellen an der Pfotenhauerstraße gebangt. Doch die Stadt will ihren Umzug.

Von Kay Haufe und Tobias Wolf

Vereinsvorstand Matthes Hoffmann hatte noch Hoffnung, die Internationalen Gärten in der Johannstadt könnten an ihrem angestammten Platz bleiben. Bis gestern. Denn der städtische Bauausschuss hat nun endgültig entschieden, dass die Parzellen des Vorzeigeprojekts und Teile der benachbarten Kleingartenanlage geräumt werden müssen. Mit großer Mehrheit stimmten die Stadträte parteiübergreifend für den Neubau eines Parkhauses auf dem Areal in der Pfotenhauerstraße.

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Das werde dringend gebraucht, um die nötigen Parkplätze für einen Erweiterungsbau des Max-Planck-Instituts (MPI) nachzuweisen, so die Argumentation des Rathauses. Rund 70 Stellflächen werden dafür benötigt. Weitere rund 400 Parkplätze in dem Neubau sollen die extrem schlechte Parkplatzsituation in der nördlichen Johannstadt ein bisschen entschärfen helfen, betonte Anja Heckmann vom Stadtplanungsamt im Bauausschuss. Insgesamt fehlten in dem Areal um das Uni-Klinikum rund 1 000 Parkplätze für Mitarbeiter, Patienten sowie Anwohner. MPI-Direktor Anthony Hyman zeigte sich glücklich über den Beschluss des Bauausschusses. Zwar kämen schon jetzt rund 70 Prozent seiner Mitarbeiter mit Rad, Bus oder Bahn. Dennoch sei das Institut auf Parkplätze angewiesen, weil ein Teil des Personals täglich nach Dresden pendelt, unter anderem aus der Lausitz, so Hyman weiter. Zusammen mit Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte er am vergangenen Wochenende die Gärtner besucht, um ihnen die Gründe für den Parkhausneubau zu erklären.

Stadt muss Gärtner unterstützen

SPD-Stadtrat Axel Bergmann setzte in der Sitzung des Gremiums einen Zusatzantrag durch, nachdem die Stadt für die betroffenen Gärtner vergleichbar große Flächen in der Johannstadt zur Verfügung stellen müsse. Dazu sollen sie eine angemessene Entschädigung erhalten. Außerdem müsse das Rathaus dafür Sorge tragen, dass die Internationalen Gärten bewilligte Fördermittel des Bundes nicht zurückzahlen müssen. Solche Zuschüsse seien normalerweise an eine bestimmte Fläche geknüpft, die die Gärtner aber ohne eigenes Verschulden aufgeben müssen.

Grünen-Stadtrat Thomas Löser brachte zwar noch einmal die Flächen an den Auffahrten der Waldschlößchenbrücke für einen Parkplatzbau ins Gespräch, blitzte aber bei Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz ab. Es gebe noch Klagen von Naturschutzverbänden gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke, über die das Bundesverwaltungsgericht noch keine Entscheidung getroffen hat. Solange diese nicht vorliege, werde die Stadt dort nichts bauen. Andernfalls würde das den für die damalige Baugenehmigung nötigen Planfeststellungsbeschluss verletzen.

Das ehemals städtische Grundstück der Internationalen Gärten hat das Rathaus in einem Tauschgeschäft ohnehin schon an den Freistaat abgetreten, der das Parkhaus bauen wird. Im Gegenzug gab es dafür Flächen in Hellerau und Pillnitz.