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Parkplatznot an der Passage

Hinter dem Wohn- und Geschäftszentrum an der Kochstraße in Pulsnitz werden Dauerparker zum Ärgernis.

© René Plaul

Von Reiner Hanke

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Pulsnitz. Eine VW-Fahrerin kurvt verzweifelt auf dem engen Parkplatz hinter der Robert-Koch-Passage in Pulsnitz herum. Sie will zum Facharzt, verrät sie und sucht dann entnervt woanders ihr Glück. Alle Plätze sind besetzt. „Das ist nahezu ein Dauerzustand“, sagt Holger Heinrich. Er ist Gewerbetreibender mit seinem Büro- und Fotoservice, zugleich Eigentümer von Geschäftsräumen und Vorsitzender des Verwaltungsbeirates dieses privaten Wohn- und Gewerbekomplexes. Ursprünglich seien mehr Stellplätze geplant gewesen, weiß er, um die 60 wohl sogar. Warum sie nicht gebaut wurden, kann der Pulsnitzer nicht sagen. Jetzt sind es etwas über 20. Aber selbst mit der abgespeckten Zahl, sei es über 20 Jahre ganz gut gelaufen.

Doch seit einiger Zeit sei die Situation prekär. Die wird noch angespannter, weil im Gegensatz zu weniger guten Jahren alle Gewerbeflächen vermietet seien. Auch die Räume hinter den hübschen Kinderzeichnungen in den Auslagen. „Das war so eine Idee, damit die Fenster nicht so leer aussehen.“ Obwohl es dahinter ganz und gar nicht leer ist. Dort hat ein Pfefferküchler ein Lager. Apotheke, Textilien und Frischwaren, das Fotogeschäft gehören unter anderem zum Branchenmix im Erdgeschoss. Oben geht es dann in die medizinische Richtung mit einem Augenarzt und einer Physiotherapie.

Mieter haben Anrecht auf Parkplatz

Die Eigentümergemeinschaft will ihrerseits das Areal neu vermessen und Stellplätze zuteilen, erklärt der Geschäftsmann. Die Eigentümer der Mietwohnungen hätten jeweils einen Stellplatz mitgekauft, die Mieter also auch Anrecht auf eine Parkgelegenheit pro Wohnung. Der genaue Standort sei aber nicht festgelegt worden. Das soll sich ändern. So beginnen wohl schon jetzt Mieter, mit Schildern Lücken zu markieren.

Hauptproblem seien Fremdparker bzw. Pendler, die ihr Auto hier auch ganztags abstellen. Die dann ihre Dinge erledigen oder zur Arbeit gehen. Teilweise seien es auch Angestellte aus dem Haus. Mittlerweile gingen aber Gewerbetreibende dazu über, anderswo Plätze für die Mitarbeiter anzumieten, an der Bachstraße zum Beispiel, um die Lage zu entspannen. Verschärft wurde die Situation durch den Ausbau der benachbarten Rietschelstraße. Zuerst durch das Baugeschehen. Und jetzt durch das neue Parkregime, das die Parkzeit limitiert.

Spannungsgeladenen Situation

Zur Alternative ist wohl auch der Parkplatz an der Passage geworden. Holger Heinrich stellt aber klar: „Das ist kein öffentlicher Parkplatz.“ Gegen eine Schranke habe sich die Eigentümergemeinschaft aus Kostengründen gewehrt. Aber das Areal könnte entsprechend beschildert und die Parkzeit begrenzt werden, droht er an. Wer gegen die Parkzeit verstoße, könnte dann auch abgeschleppt werden. Denn so gehe es nicht weiter. Vielleicht lasse sich ja dann auch mit der Stadt eine Vereinbarung treffen, dass die Bediensteten ein Auge auf die Fläche werfen und zu Erziehungszwecken Knöllchen unter dem Scheibenwischer platzieren.

Eine komplexe spannungsgeladene Situation. Hier koche etwas hoch fürchtet Heinrich. Was das Parken betrifft, brodelt es freilich nicht nur an der Kochpassage. Die Parkplatzsituation ist in Pulsnitz ein Dauerbrenner, besonders im Zentrum. Schnelle Lösungen, um dem beizukommen, hat auch die Stadt keine parat. Da und dort setzte die Stadt Hebel an, mit ein paar zusätzlichen Stellplätzen am Markt zum Beispiel. Daneben gibt es den Plan, in den kommenden Jahren eine Art Parkhaus oder Parkdeck zu entwickeln.

So lange kann Holger Heinrich nicht warten: „Es ist eine tickende Bombe, wenn hier nicht genügend Parkplätze zu Verfügung stehen.“ Der Pulsnitzer hat die Sorge, es könnten sich Mieter zurückziehen. Am schlimmsten für Pulsnitz wäre es wohl im Fall der Augenarztpraxis. „Es müssen genug Stellplätze für die Patienten da sein. Wir müssen die Leute sensibilisieren.“ Gerade auch die unberechtigten Dauerparker, sich andere Plätze zu suchen oder zu mieten. Holger Heinrich hofft nun mit seinem Hilferuf, etwas in Gang zu bringen: „Wir brauchen eine vernünftige Park-Lösung für Mieter und Geschäfte.“