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Parksorgen vorm Hotel

Wenn Lieferfahrzeuge und Besucher an der Bautzener Goschwitzstraße halten, wird es eng, sagt der Besitzer des neuen Gästehauses – und macht einen Vorschlag.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

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33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Bautzen. Noch haben die Bauleute hier das Sagen. Vor dem neuen Hotel „Moments“ an der Bautzener Goschwitzstraße stehen die Fahrzeuge der Handwerker ordentlich nebeneinander gereiht. Seit Beginn der Bauarbeiten parken sie vor der ehemaligen Goethe-Apotheke. Doch was wird mit diesen Stellflächen, wenn das neue Hotel Anfang März öffnet und die Handwerker dann verschwunden sind?

Bauherr Jörg Beutel hat gleich zwei Wünsche. Gern würde er einige Stellflächen vor dem Haus für seine Gäste reservieren. Das hat einen Vorteil: Die Besucher des Hotels müssten dann nicht darauf hoffen, dass irgendwo zufällig eine Lücke frei ist. Ohne Stress könnten sie kurz ihren Koffer ausladen und einchecken. Und noch ein Anliegen hat er. Der Bauherr spricht von einer Zone an der Straße, die speziell für den Lieferverkehr vorgesehen ist. Wenn nämlich das Hotel öffnet, dann werden etliche solcher Fahrzeuge auf der Goschwitzstraße in Bautzen unterwegs sein. Die Lagerflächen im neuen Hotel sind sehr begrenzt, meint der Chef. Deshalb müssten oft neue Lieferungen kommen.

Unterstützung bekommt der Hotelbetreiber von Bautzens Citymanagerin Gunhild Mimuß. Auch sie könnte sich eine solche Lieferzone gut vorstellen. Die müsste dann zum Beispiel besonders markiert sein. Außerdem wäre es notwendig, dass die Stadt diese Zone oft kontrolliert und Fremdparker abschleppen lässt, meint sie. „Allerdings muss man dabei auch beachten, wie viele Parkplätze durch eine solche Zone verloren gehen“, gibt die Citymanagerin zu bedenken.

Halteverbot ist eine Option
Gemeinsam mit dem Hotelbesitzer besuchte die Citymanagerin Bautzens Oberbürgermeister. Das bestätigt auch die Stadtverwaltung. „Das Problem ist bekannt“, erklärt Stadtsprecher André Wucht. Auch habe sich das städtische Ordnungsamt die Situation vor Ort bereits angeschaut. Direkt vor dem Hotel ließe sich ein solcher Lieferbereich allerdings nur schwer umsetzen, da dort die Autos schräg zur Fahrbahn parken, heißt es aus dem Rathaus.

Besser sieht das auf der gegenüberliegenden Seite aus. Dort gibt es nur einen einfachen Seitenstreifen. Allerdings betonen die Mitarbeiter der Verwaltung auch: Den gewünschten Lieferbereich könne die Stadt nur mit einem „eingeschränkten Halteverbot“ erzeugen. Das heißt aber auch, dass der Lieferbereich für jedermann nutzbar wäre. „Eine Privilegierung für einen bestimmten Anlieger ist im öffentlichen Straßenraum nicht möglich“, so André Wucht. Gelöst ist das Problem noch nicht. Das Ordnungsamt ist aber bereit, mit dem Hotelbetreiber das Gespräch aufzunehmen und die verschiedenen Möglichkeiten zu erörtern.

Eine Möglichkeit zum Be- und Entladen gibt es schon auf der Goschwitzstraße. Einen Seitenstreifen nahe dem Postplatz hat die Stadt bereits mit einem eingeschränkten Halteverbotsschild ausgewiesen.