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Parksünder Franz bezahlt Knöllchen

Olympiasieger Francesco Friedrich beendet die Debatte um sein Park-Knöllchen beim Empfang in Pirna und bezahlt anstandslos.

© Daniel Förster

Von Daniel Förster

Pirna. Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich hat die Debatte um sein Park-Knöllchen, das er während seinem öffentlichen Empfang in seiner Heimatstadt Pirna von einem pflichtbewussten Bürgerpolizisten erhalten hatte (SZ berichtete), ohne noch einmal Aufsehen erregen zu wollen, selbst beendet. „Ich habe den Strafzettel bezahlt“, sagte der 27-jährige Erfolgspilot aus Pirna, der von Freunden gern auch Franz genannt wird.

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Vor Kurzem habe er Post vom Ordnungsamt des Landkreises bekommen. Darin ein Bußgeldbescheid über 35 Euro fürs Falschparken auf einem Behindertenparkplatz vor dem Pirnaer Rathaus – eine Ordnungswidrigkeit, weil er gegen die Straßenverkehrsordnung verstieß. Er habe den Betrag – wie jeder andere Autofahrer auch – beglichen. Auch mit Blick auf einige destruktive Kommentare in den Sozialen Medien hätte er keine Diskussion gewollt, sondern von vornherein einen Schlussstrich unter die Sache gezogen.

Dabei hätte Francesco Friedrich zu dem Fall, der als „Provinzposse“ für Kopfschütteln und Schlagzeilen gesorgt hatte, Stellung beziehen und gar in den Widerspruch gehen können, heißt es aus dem Landratsamt. Wie in jedem vergleichbaren Verfahren gibt es dafür einen Anhörungsbogen. Nach seiner Rückäußerung hätte das Amt „nach Aktenlage“ entschieden, erklärt Steffen Klemt, Amtsleiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung.

Francesco Friedrich war am 1. März, nachdem er mit zwei Goldmedaillen von den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang zurückgekehrt war, von einigen Hundert Fans auf dem Markt vor dem Rathaus begrüßt und umjubelt worden. Dabei hatte er auf Anraten des Veranstalters, dem Kreissportbund (KSB), seinen BMW auf einer Sperrfläche direkt an der Rückseite des Rathauses geparkt. Während der Erfolgspilot und seine Anschieber auf der Bühne geduldig von den Winterspielen berichteten, Autogramme schrieben und sich fotografieren ließen, hatte ein Gesetzeshüter Francesco Friedrich und auch dem Caterer, der die Gäste bewirtete, Knöllchen an die Autos geheftet.

Vor allem der KSB hatte sich damals etwas mehr „Fingerspitzengefühl“ von dem Beamten erhofft. Immerhin hätte Friedrich mit seinen Erfolgen an den Tagen zuvor Pirna und die Region weltweit in einem positiven Licht erscheinen lassen und der Empfang sei „eine einzigartige Sache für Pirna“ gewesen, so KSB-Geschäftsführer Dietmar Wagner. Laut Polizei sei es kein Problem gewesen, dass die Stadtverwaltung die Fläche abgesperrt oder Sonderparkgenehmigungen ausgegeben hätte. Klaus Brähmig (CDU), bis Herbst Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied des KSB-Präsidiums, wollte kurzerhand den Strafzettel bezahlen. Brähmig glaubt, dass Friedrich nicht mit Absicht „falsch“ parkte, sondern im Eifer der kurzfristigen Organisation schlicht und ergreifend vergessen wurde, wo wer parken kann.