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Parole Paris – Endstation Bantheville

Eine neue Ausstellung zum Kamenzer Infanterieregiment im Ersten Weltkrieg wartet ab 7. November auf Besucher.

Kamenz. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Beendigung des Ersten Weltkriegs hat die Kamenzer Stadtgeschichte im Malzhaus eine Sonderausstellung vorbereitet, die den Titel „Parole Paris – Endstation Bantheville. Das Kgl. Sächs. 13. Infanterie-Regiment Nr. 178 im Ersten Weltkrieg“ trägt. Eröffnet wird diese Exposition, die Ragnit Michalicka kuratiert hat, am Mittwoch, dem 7. November, 19 Uhr. Der kostenfreie Eintritt zum Sonderausstellungsbereich erfolgt an diesem Abend über den Eingang Zwingerstraße 9. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Das Deutsche Kaiserreich trat am 1. August 1914 mit der Kriegserklärung an Russland in den Weltkrieg ein, zwei Tage später wurde Frankreich der Krieg erklärt. Am 1. August fand auch die Mobilmachung des Königlich Sächsischen 13. Infanterie-Regiments Nr. 178, das in Kamenz stationiert war, statt. Den Abmarsch am 2. August begleiteten brausende „Hurra“-Rufe der Bevölkerung. Am 5. August erreichte die Einheit mit 30 Offizieren und 1907 Unteroffizieren und Soldaten die belgische Grenze und wurde auf die Kriegsstärke von 60 Offizieren und 2 991 Mann ergänzt.

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In Kamenz sagte man das Forstfest, das schon vorbereitet war, ab. Erst 1920 zogen wieder Kinder in den Forst. Weiß gekleidet allerdings nahmen Kamenzer Schüler aus Anlass des Sieges in der Schlacht bei Tannenberg an der Ostfront am 1. September an einer patriotischen Kundgebung auf dem Markt teil. Die Ausstellung rekonstruiert detailreich den Einsatz des Infanterieregiments Nr. 178 in Frankreich und 1916/17 an der Ostfront. In der Exposition werden Welt- und Regionalgeschichte miteinander verzahnt. Die militärischen Abläufe können aus diesem Blickwinkel synchron mit den Ereignissen in Kamenz bis hin zu den Revolutionsereignissen im November 1918 wahrgenommen werden. Das zunehmende Leid für die Zivilbevölkerung wird anschaulich gezeigt. Die Kämpfe und hohen Verluste des 13. Infanterieregimentes finden Erwähnung wie seine Beteiligung an verbrecherischen Übergriffen. Allein bei der dreitägigen Schlacht an der Aisne verlor die Einheit 632 Mann. Im Verlaufe des Krieges kam das Regiment aus Kamenz an der Somme zum Einsatz, bei Ypern, später an der Marne und bei Verdun. Im Stellungskrieg bestand der Alltag der Soldaten im Kampf gegen Wetterunbilden, Läuse und Dreck, im Warten auf Verpflegung und Ablösung, im Belauern des Feindes und aus kleineren Gefechten.

16 Millionen Menschen ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben, darunter waren über 500 Kamenzer Väter und Söhne. Vom 13. Infanterieregiment kamen 2 500 Männer nicht aus dem Krieg zurück. Am Irrsinn des Geschehens in seiner Gesamtheit lässt die Darstellung am Ende keine Zweifel. (SZ)

Zu sehen ist die Ausstellung ab 8. November zu den Öffnungszeiten (Di. – So., 10-18 Uhr) des Museums der Westlausitz (Eingang Pulsnitzer Straße 16).