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Passgenaues aus dem Riesen-Drucker

Die Dresdner Firma „facts42morrow“ hat einen neuen 3-D-Drucker für besonders große Dinge entwickelt.

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© Sven Ellger

Von Jana Mundus

Eine große Bodenvase direkt aus dem Drucker. Für Dirk Fiedler und Frank Nießner ist das kein Problem. Millimeter für Millimeter entsteht das filigrane Gefäß mit den geschwungenen Lamellen in einem riesigen Gerät. Den Drucker in Übergröße haben die beiden Dresdner selbst entwickelt und gebaut. Wie ein großer Glaskasten, in dem die Vase langsam Form annimmt. Dafür sorgt ein Druckkopf, durch den erhitzter und dadurch flüssiger Kunststoff an den richtigen Stellen platziert wird. Es dauert zwar einige Stunden, aber dann ist die Vase fertig. Nicht nur für Designer sind die 3-D-Drucker der Firma „facts42morrow“ interessant. Fiedler und Nießner wollen die Wirtschaft für ihr modulares Drucksystem begeistern.

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Kennengelernt haben sich die beiden bei der Arbeit. Vor über einem Jahr waren sie noch beim Forschungs- und Dienstleistungsinstitut Papiertechnische Stiftung in Heidenau angestellt. „Irgendwie entstand mit der Zeit der Wunsch, eine eigene Firma zu gründen“, erzählt Fiedler. Die Idee: 3-D-Drucker bauen, die erschwinglicher sind als die der gängigen Konkurrenzmarken. Möglich macht das eine spezielle Bauweise. „Wir haben uns ein Modularsystem überlegt, das individuell an die zu druckenden Produkte der Kunden angepasst werden kann“, beschreibt es Nießner. Das bietet bisher kein Hersteller an. Der Bauraum des Druckers, also die Fläche, die für den Druck zur Verfügung steht, kann so eine Länge und Breite bis zu zweieinhalb Metern haben. Damit lassen sich auch große Dinge ganz einfach ausdrucken.

Ihren Drucker mit einem Bauraum von 75 mal 50 Zentimetern haben die Firmengründer vor einigen Wochen auf der Industriemesse in Hannover vorgestellt. Mit einem Anschaffungspreis von 25 000 Euro ist er auf dem Markt fast schon ein Schnäppchen. Das Interesse war groß. „Gerade viele mittelständische Unternehmen wissen oft gar nicht, welchen Vorteil solche 3-D-Drucker heutzutage bieten“, sagt Fiedler. Damit könnten spezielle Bauteile für die Produktion passgenau im eigenen Betrieb hergestellt werden. „Wir verwenden Kunststoffe, die für das Spritzgussverfahren entwickelt werden“, fügt er hinzu. Sie hätten eine enorme Stabilität und wären mehr als nur „Plaste“.

Dass das Interesse am 3-D-Druck wächst, haben die beiden Geschäftsführer in den vergangenen Monaten gemerkt. Sie bieten auch Druck-Dienstleistungen für Kunden an. Fünf eigens gebaute Drucker arbeiten derzeit in den Räumen von „facts42morrow“ die Aufträge ab. „Wir hatten neulich eine Firma, die dringend ein ganz bestimmtes Kunststoffteil brauchte. Das irgendwo zu bestellen, hätte zu lange gedauert. Wir konnten es über Nacht ausdrucken“, erzählt Dirk Fiedler. Wenn die Nachfrage steigt, sollen bald weitere Drucker dafür gebaut werden.

Die Bilanz nach dem ersten Geschäftsjahr fällt für das Dresdner Unternehmen positiv aus. Den Schritt in die Selbstständigkeit bereuen Fiedler und Nießner auch deshalb nicht. „Manchmal arbeiten wir 14 Stunden, aber selbst dann hat es Spaß gemacht, weiter an eigenen Projekten zu tüfteln“, sagt Nießner.

Wenn die Auftragslage der Firma weiter gut ist, werden die Gründer Ende des Jahres wohl ein oder zwei Mitarbeiter einstellen. „Wir schaffen einfach nicht mehr alles allein“, beschreibt es Fiedler. Schließlich wollen sie schon in den kommenden Monaten einen noch größeren Drucker bauen. Neue Ideen kommen dazu.

www.facts42morrow.de