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Patzelts neue Pegida-Studie ist da

Der Dresdner Politikwissenschaftler überrascht bei der Präsentation seiner dritten Abhandlung zur Pegida-Bewegung mit neuen Thesen.

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© Ronald Bonß

Dresden. Der Dresdner Politologe Werner J. Patzelt hat am Donnerstag eine weitere Pegida-Studie vorgestellt. Der Professor der TU Dresden ging erneut auf Veränderungen in den Einstellungen der Pegida-Anhänger ein. Er warnt davor, Pegida als sächsisches Phänomen abzutun. Vielmehr sei es Teil rechtspopulistischer Bestrebungen, die angesichts der Flüchtlingsproblematik bundesweit Zuspruch erführen. „Wir sollten begreifen, dass Pegida und AfD dasselbe sind.“ Außerdem kam er zu folgenden Thesen:

  • Es zeichnet sich ein nennenswertes, auch größer gewordenes Ausmaß an Radikalität unter den jüngeren Pegida-Demonstranten ab.
  • Viele Demonstranten haben sich gegenüber unserem Staatswesen verhärtet - bis hin zur „inneren Kündigung“.
  • Die Bereitschaft zur Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern ist gesunken.
  • Viele ehedem „besorgte Gutwillige“ sind zu „empörten Bürgern“ geworden.
  • Es hat die Selbstverständlichkeit zugenommen, sich klar xenophob und islamophob zu äußern.
  • Es gibt keinen belegbaren Rechtsruck von Pegida seit 2015.
  • Es gibt keine Zunahme einer Akzeptanz der Präsenz vom Rechtsradikalen.

Für die mittlerweile dritte Pegida-Studie hatten Studenten der Politikwissenschaft Teilnehmer von vier Pegida-Demonstrationen befragt. Auch Ergebnisse anderer Studien flossen mit ein. Patzelt ist einer der meistgefragten Experten zum Thema Pegida, aber nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm eine große Sympathie mit der Bewegung oder deren Verharmlosung vor. (szo/dpa)