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Pause bei der Bomben-Suche

Über Weihnachten und den Jahreswechsel müssen betroffene Anlieger der Augsburger Straße keine Evakuierung fürchten.

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© Sven Ellger

Von Alexander Schneider

Seit zwei Wochen suchen Kampfmittelberäumer auf der Baustelle in der Augsburger Straße 7 nach Bomben. Doch nun ist dort erst einmal Schluss. Die evakuierungsgeplagten Anwohner sollen sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest und einen frohen Jahresausklang freuen können. Erst am Donnerstag, dem 2. Januar, wird auf der Baustelle wieder Erde abgegraben.

Am 5. und 6. Dezember haben Bombenfunde die Nachbarschaft in Atem gehalten. Sie mussten ihre Wohnungen sicherheitshalber verlassen. Erst dann konnte Sprengmeister Thomas Lange vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei die Fliegerbomben entschärfen. Rund 1.800 Anlieger waren betroffen. Nach dem zweiten Bombenfund ordnete Lange an, dass nun eine Spezialfirma die Erdarbeiten durchführt.

Seitdem suchen Feuerwerker Matthias Böhme und Räumarbeiter Torsten Kohls penibel das Erdreich ab, ehe sie in die Tiefe gehen. Nur mit einer kleinen Baggerschaufel heben sie daher die Grube aus, Schicht für Schicht und immer auf der Hut vor einem neuen Bombenfund. Der ist zwar glücklicherweise ausgeblieben, aber niemand weiß, was noch so alles unter der Erde schlummert.

„Die Männer haben zwei Bombentrichter gefunden und Reste einer Stabbrandbombe“, sagte Lange. Die Arbeiten gingen gut voran. Inzwischen ist aber klar: Böhme und Kohls werden dort auch noch im Januar mehrere Wochen zu tun haben. Zu viele Sandsteinfundamente, die schwierig zu bergen seien, warten dort noch auf sie. In einem Container sammeln die Männer Rohre und Metallschrott, den sie aus der Erde sortiert haben. Auch der verrostete Rest eines verbeulten Stahlhelms ist darunter.

Immer wieder schauen Zeitzeugen an der Baustelle vorbei. Eine Rentnerin berichtete Böhme und Kohls, als Kind beim Bombenangriff dort in einem Keller Zuflucht gefunden zu haben – wenige Meter neben den gefundenen Blindgängern. Mancher brachte auch alte Fotos vorbei. „Das hilft uns sehr“, sagt Sprengmeister Lange. So bekämen sie Informationen über die Bebauung. „Ich möchte ausdrücklich Danke dafür sagen.“ Im Keller des Hotels, das sich dort befunden habe, müsse er nun mit dicken Mauern und möglicherweise einer Lazaretteinrichtung rechnen.