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Pechstein holt zum Rundumschlag aus

Berlin. Der Präsident kritisierte die Trainer, Claudia Pechstein ging auf den Nachwuchs los: Die Misere der deutschen Eisschnellläufer hinterließ beim Weltcup in Berlin deutliche Spuren. Nach der verpassten...

Berlin. Der Präsident kritisierte die Trainer, Claudia Pechstein ging auf den Nachwuchs los: Die Misere der deutschen Eisschnellläufer hinterließ beim Weltcup in Berlin deutliche Spuren. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation des Männer- und Frauenteams lösten gerade mal elf Athleten das Olympia-Ticket. Damit reist der deutsche Verband DESG wohl mit einem historischen Rumpfteam nach Sotschi.

Claudia Pechstein machte Trainer und Nachwuchs verantwortlich für das gegenwärtige Tief im deutschen Eisschnelllauf. „Der Nachwuchs rückt mir nicht auf die Pelle. Da kann man darüber nachdenken, bis 2018 weiterzumachen“, sagte die 41-Jährige und schloss eine Fortsetzung ihrer Karriere bis Olympia 2018 nicht mehr aus.

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Pechstein, die beim Weltcup in Berlin mit Platz zwei über 3 000 Meter das herausragende deutsche Ergebnis lieferte, wundert sich selbst über ihre guten Platzierungen. „Ich bin seit 1992 in der Weltspitze, das ist krass. Ich denke oft: ,Die anderen müssen viel schneller sein.‘ Zum Glück sind sie es nicht“, sagte die Berlinerin.

Nachdem Pechstein in Berlin auch über 1 500 Meter mit Rang neun beste Deutsche wurde, holte die fünfmalige Olympiasiegerin zum Rundumschlag aus. „Es gibt Mädels, die Sprint trainieren und Mehrkampf laufen. Da weiß jeder Laie, dass das nicht funktioniert.“

Pechstein kommt nach eigener Einschätzung mit ihren Ratschlägen nicht durch. „Ich gebe viele Tipps, aber die Mädels sind nicht selbstständig genug. Viele vertrauen blind ihren Trainern. Doch bei manchen Trainern habe ich das Gefühl, das sie im Kopf abgeschlossen haben und ihre Tage bis zur Rente zählen.“ Damit der Verband aus dem Tief herauskommt, müsse sich viel ändern. „Eigentlich alles“, sagte die Eis-Veteranin, „Einsatz, Disziplin und die Leidenschaft, sich stets mit den Besten messen zu wollen. Ich habe für den Sport sogar unbezahlten Urlaub genommen. Man kann auch mal was in den Sport investieren statt ins neue Handy.“ (sid)