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Pegida empfiehlt die AfD

Siegfried Däbritz wird nun offenbar doch nicht in Meißen zur Bundestagswahl antreten.

© action press

Von Peter Anderson

Dresden. Pegida-Chef Lutz Bachmann hat am Montagabend auf dem Dresdner Theaterplatz die Alternative für Deutschland als „natürlichen Partner“ von Pegida bezeichnet. Indirekt erteilt er damit Spekulationen eine Absage, Pegida könnte über die Freiheitlich Direktdemokratische Volkspartei eigene Kandidaten zur Bundestagswahl ins Rennen schicken.

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Nur gemeinsam mit der AfD sei es möglich, eine Wende herbeizuführen und die etablierten Parteien abzulösen, sagte Bachmann. Er bezeichnete Pegida wörtlich als „Steigbügelhalter“ für die Alternative. Dabei sei es ihm egal, welche Führungskräfte aus der Partei ins Kanzleramt einziehen. Wichtig sei ihm nur, dass alle patriotischen Kräfte vereint würden. Mit einer erneuten Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) drohten Deutschland „zweifellos“ Bürgerkrieg, Umvolkung oder gar ein Weltkrieg, aufgrund der Konfrontation mit Russland.

Die Wahl 2017 hob Bachmann bei seinem Auftritt auf dem Dresdner Schlossplatz als letzte Chance hervor, um eine „totale Merkel-Diktatur“ zu verhindern. Abschließend betonte er, dass die Wahlempfehlung für die AfD nicht als Freibrief verstanden werden sollte. Pegida werde genau hinschauen, wie die Alternative für Deutschland in den Parlamenten arbeite.

Konkret wurde anschließend der aus Meißen stammende Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz. „Wir stehen vor wirklich harten zehn Monaten mit Protest, Aufklärung und Wahlkampf“, sagte er. Es gehe darum, Millionen Stück von Informationsmaterial zu verteilen und vor allem die bisherigen Nichtwähler zu mobilisieren. Schon längere Zeit unterstützt Däbritz vor allem die AfD-Landesverbände in Thüringen und Sachsen-Anhalt durch Posts bei Facebook und als Redner. Eigene Ambitionen auf eine Kandidatur im Bundestagswahlkampf 2017 hat er dagegen offenbar zurückgestellt.

Nach Angaben der Forscher-Gruppe „Durchgezählt“ mobilisierte Pegida am Montag bis zu 2 800 Menschen, deutlich mehr als in der Vorwoche. Auf der gegnerischen Seite waren es den Angaben zufolge diesmal bis zu 240 Menschen und damit etwas weniger als in der Vorwoche.

Hauptthema der Rede von Bachmann war die erneute Kandidatur von Angela Merkel für das Bundeskanzleramt. Diese wird von ihm ausdrücklich begrüßt, da sich mit diesem klaren Feindbild umso leichter Menschen zum Kampf gegen die etablierten Parteien bewegen ließen.