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Pegidisten spazieren für Spenden

Seit zwei Wochen besitzt der sogenannte Spaziergang der besorgten Bürger einen karitativen Sinn: Für jeden Mitläufer überweisen Unterstützer der Aktion #ProKopfgeldSpende Geld an Hilfsorganisationen.

© Screenshot FB

Die Aktion geht in die dritte Runde: Wenn sich diesen Montagabend auf dem Schlossplatz zu Dresden wieder Tausende Pegidisten zur obligatorischen Vollversammlung mit anschließendem Rundlauf treffen, dann liegen die Überweisungsträger schon bereit. Für die Initiative #ProKopfgeldSpende.

10 Überweisungen und 1 Bachmann

Initiator Martin Barth zettelte die Spenden-Aktion vor zwei Wochen an und kreierte den Hashtag, der mittlerweile die Runde macht und weitere Aktive gewinnt. Die Idee der Aktion: Wer mag, der münzt das fremdenfeindliche Treffen der Flüchtlingsgegner um in einen Lauf für Spendengelder. Die Höhe der Spenden bemisst sich dabei an der jeweiligen Anzahl an Pegidisten, gezählt auf der Basis der wöchentlichen Werte des Studentenkollektivs „Durchgezählt“.

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Martin Barth legte die Latte hoch und stieg ein mit 5 Cent pro Kopf – das macht bei 2 200 Pegidisten am letzten Montag im November ziemlich genau 110 Euro. Der Ingenieur will mit der Aktion ein sichtbares Zeichen setzen und gleichzeitig alle die motivieren und mobilisieren, die nicht jeden Montag für eine Gegendemo auf der Straße stehen.

Wer wie viel gibt, das sei nicht wichtig, sagt Barth, schließlich zähle jeder Cent und die Symbolik. Nach dem Auftakt haben sich andere Mittstreiter der Aktion angeschlossen und hoffen auf weitere Unterstützer. Lag die Startsumme bei über 200 Euro, so sammelten die Kopfgeldjäger in der zweiten Runde bereits 609 Euro, was einer Prokopfgeldspende von 27,5 Cent entspricht.

Der Spendenbeitrag der dritten Runde ergibt sich dann aus der Anzahl der Pegidisten multipliziert mit den Spenden-Sätzen der Geber. Die hoffen natürlich auf eine rege Beteiligung am sogenannten Spaziergang trotz winterlicher Temperaturen.

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Wer das Spendenaufkommen schon jetzt beobachten will, folgt einfach dem Hashtag #ProKopfgeldSpende. Zukünftig soll unter dem Namen eine eigene Homepage an den Start gehen, die stetig alle eintreffenden Spenden summiert, von den unterstützten Hilfsorganisationen berichtet und weitere Aktionen ankündigt.