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Pelle, der Eroberer

Der Leipziger Sören Pellmann schafft ein Novum. Er holt bei der Bundestagswahl für die Linke in Sachsen ein Direktmandat.

© Die Linke

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Der Linken in Sachsen ist bei der Wahl erstmals gelungen, was die Partei sonst eigentlich nur in Berlin schafft: Mit Sören Pellmann hat sie ein Direktmandat für den Bundestag geholt. Der 40-jährige Grundschullehrer erhielt im Wahlkreis 153 im Leipziger Süden knapp 1 200 Stimmen mehr als der bisherige CDU-Abgeordnete und Gegenkandidat Thomas Feist. „Die Linke in Sachsen hat bei Bundestagswahlen noch nie ein Direktmandat gewonnen. Insofern ist das für uns eine Premiere“, sagte Pressesprecher Thomas Dudzak. Geholfen hat Pellmann bei dem Erfolg wohl auchdie Unterstützung von einigen Leipziger SPD- und Grünen-Politikern, die teils um Erststimmen für ihn geworben hatten – um damit der CDU ein Direktmandat abzujagen.

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Politische Erfahrung hat Pellmann bisher vor allem auf kommunaler Ebene gesammelt: Er sitzt seit 2009 im Stadtrat und ist dort mittlerweile auch Fraktionschef. Er ist der Sohn des langjährigen Linke-Sozialpolitikers und Landtagsabgeordneten Dietmar Pellmann, der im Mai gestorben ist. Aufgewachsen ist er im Leipziger Plattenbauviertel Grünau. Wie ehemals sein Vater engagiert sich auch Sören Pellmann vor allem für soziale Themen wie Kinderarmut und die Forderung nach einer Mindestrente. Als Grundschullehrer im sozialschwachen Stadtteil Mockau kenne er die Probleme der Familien, sagt Pellmann.

Mit der Konstituierung des neuen Bundestags will er den staatlichen Schuldienst ruhen lassen und sich in Berlin auch für Leipzig einsetzen. Die Stadt sei nicht nur eine „Vorzeigestadt im Osten“, sondern zugleich sächsische Armutshauptstadt. Pellmann gilt dabei nicht als ideologischer Hardliner, sondern eher als ruhiger Pragmatiker.