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Pendler nehmen kürzere Wege

Bayern und Baden-Württemberg verlieren als Arbeitsorte an Bedeutung - dafür fahren mehr sächsische Bürger zum Job in die benachbarten Bundesländer.

© Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Georg Moeritz

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Dresden. Obwohl in Sachsen immer mehr Arbeitsplätze entstehen, pendeln immer mehr Sachsen zur Arbeit in andere deutsche Länder.

© SZ Grafik

Im Jahr 2017 stieg die Zahl der sächsischen Auspendler um rund 2 100 auf 138 825. Die Zahl steigt seit Jahren fast kontinuierlich. Nur in der Krise 2009 und im Jahr 2013 fanden weniger Sachsen als im Jahr zuvor Arbeit in anderen Ländern.

Auf der Autobahn begegnen die pendelnden Sachsen allerdings auch immer mehr Einpendlern: Deren Zahl hat voriges Jahr das höchste Niveau seit dem Jahr 2000 erreicht, wie die Bundesagentur für Arbeit am Montag mitteilte. Die Behörde zählte zur Jahresmitte 119 992 Einpendler mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Sachsen. Der Saldo zeigt, dass rund 18 800 mehr Sachsen zur Arbeit nach außerhalb fahren als Menschen nach Sachsen zur Arbeit hereinpendeln.

Wichtigstes Zielland für sächsische Pendler ist weiterhin Bayern, doch dorthin fahren rund 2 300 Sachsen weniger als vor fünf Jahren. Auch die Zahl der Pendler nach Baden-Württemberg hat abgenommen. Gewachsen ist dagegen vor allem die Zahl der sächsischen Pendler in die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in die Bundeshauptstadt Berlin.

Die Zahl der Einpendler steigt schneller: Voriges Jahr gab es 4,6 Prozent Zuwachs, während die Zahl der Auspendler um 1,6 Prozent stieg. Erfreut über den Zuwachs bei Einpendlern zeigt sich Klaus-Peter Hansen, Chef der sächsischen Arbeitsagenturen. Sachsen brauche Zuwanderung und müsse mehr rückkehrwillige Menschen und Auspendler zurückgewinnen, sagte Hansen. Das Auspendeln könne sich Sachsen „mit dem Blick auf die hohen Fachkräftebedarfe nicht mehr leisten“.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte, der Lohnunterschied sei noch immer ein Grund für das Pendeln. „Da haben wir an vielen Stellen in Sachsen noch großen Aufholbedarf.“ Arbeitnehmer seien keine Bittsteller, sondern wichtige Säulen des wirtschaftlichen Erfolgs.