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Ein Wetter wie zur Jahrhundertflut

Vom Mittelmeer brachte Tief Pirmin viel Schnee in kurzer Zeit. Doch damit ist es jetzt erst einmal vorbei.

Der Dresdner Winterdienst ist seit Sonntag im Dauereinsatz
Der Dresdner Winterdienst ist seit Sonntag im Dauereinsatz © Christian Juppe

So ist damals auch das Jahrhunderthochwasser 2002 entstanden: Über dem Mittelmeer bildet sich ein Tief, das viel Wasser transportiert. Es zieht in einem Bogen über Österreich und Tschechien nach Norden, erreicht so das Erzgebirge und dann fängt es kräftig zu regnen an. Fünf-B-Wetterlage nennen Meteorologen solche Tiefs. Dieses Mal hieß es Pirmin und brachte Schnee statt Regen. Es hätte noch viel schlimmer kommen können als am Sonntag, sagt Sebastian Balders, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. 50 bis 60 Zentimeter Neuschnee seien bei einem solchen Tief durchaus möglich, dieses Mal fielen binnen 24 Stunden an der Wetterstation in Klotzsche genau 24 Zentimeter Neuschnee.

Das war genug, um den Winterdienst am Sonntag in voller Besetzung auf Trab zu halten. Den ganzen Tag lang waren die Männer und Frauen mit 46 Fahrzeugen im Einsatz.

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Dresden zeigte sich vor allem am Sonntag tief verschneit
Dresden zeigte sich vor allem am Sonntag tief verschneit ©  dpa/Robert Michael

Pirmin hatte inzwischen ein Einsehen, in der Nacht zum Montag hörte es auf, zu schneien. Doch der Winterdienst war auch zum Wochenbeginn in der gesamten Stadt gefragt. Dazu kamen an diesem Morgen die Einsatzkräfte der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), die nach der Sperrung der Bautzner Landstraße alle Händel voll zu tun hatten, die Straßenbahnstrecke nach Bühlau wieder befahrbar zu machen. Sprecher Falk Lösch: „Wir haben die Schienenrillen am Sonntag und in der Nacht zum Montag bis an die Sperrstelle grob sauber gemacht. Die sind danach aber wieder zugefahren worden.“ Das heißt, am Montagmorgen waren sie wieder mit Schneemehl verstopft, der DVB-Winterdienst musste noch mal ran. Mit mehreren Pflügen schaufelten sie den Schnee von den Gleisen. Kurz nach 9 Uhr tauchte dann die erste Straßenbahn auf dem Weißen Hirsch auf. Es war kein planmäßiger Zug, sondern eine Tatrabahn, mit der die Verkehrsbetriebe prüften, ob die Strecke wieder befahren werden kann. So weit war es schließlich am Montag um 12.25 Uhr. Bis dahin mussten die DVB-Mitarbeiter noch die vereisten Oberleitungen frei bekommen.

Der Winterdienst musste auch am Montag räumen. Foto: Christian Juppe
Der Winterdienst musste auch am Montag räumen. Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe
Foto: Christian Juppe

Währenddessen hat sich der Flugbetrieb in Klotzsche am Montag normalisiert. Lediglich drei Verbindungen von und nach Frankfurt und München wurden gestrichen. Am Sonntag musste der komplette Verkehr um 9.25 Uhr eingestellt werden. Trotz des massiven Einsatzes der Räumfahrzeuge sei es nicht gelungen, die Start- und Landebahn vom Schnee zu befreien, sagte Sprecher Björn-Henrik Lehmann. Betroffen waren schätzungsweise 3 000 Passagiere, die in Dresden starten oder landen wollten. Der Flughafen hatte über die Probleme lediglich über seine Internetseite informiert, nicht aber in den sozialen Medien. „Da der Beförderungsvertrag zwischen Fluggesellschaften und Passagieren besteht, ist es Aufgabe der Airlines ihre Kunden unmittelbar über Änderungen zu informieren“, so Lehmann. Zudem sei das Personal am Flughafen umgehend aufgestockt worden, um die betroffenen Fluggäste oder Abholer vor Ort persönlich sowie über Durchsagen und Infotafeln zu informieren.

Dass der Winterdienst in dieser Woche noch einmal ausrücken muss, ist unwahrscheinlich. Sebastian Balders kündigt für die nächsten Tage ruhiges, sonniges Wetter bei etwa drei Grad an. Nur nachts wird es frostig. Neuschnee ist nicht zu erwarten. Eher, dass die weiße Pracht vom Sonntag schnell wieder taut. 

Auf der Bautzner Landstraße roll wieder der Verkehr. 
Auf der Bautzner Landstraße roll wieder der Verkehr.  © Christian Juppe

Unter der Schneelast drohte am Montagnachmittag, der Ast eines Baumes auf den Gehweg der Bautzner Landstraße zu stürzen. In Höhe der Bühlauer Schwimmhalle sägte die Feuerwehr den Ast ab. Dafür mussten Teile der Fahrbahn zeitweise gesperrt werden.