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Perfekte Spurweite gegen Blödsinn

Die SZ hat bei Torsten Scholze anrgerufen, der am Wochenende zur großen TT-Modellbahnausstellung nach Niederoderwitz einlädt.

© privat

Hallo Herr Scholze, wie wird man denn Sprecher eines Modelleisenbahnclubs in Niederoderwitz?

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Das ist im Laufe der Jahre so entstanden. Ich bin seit Gründung des Vereins 2001 im Vorstand und habe das Amt des Schriftführers und für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit inne. Damals und auch heute sind meine Vereinsfreunde der Meinung, dass ich die meisten Personen im Ort und darüber hinaus kenne, was für den Verein zumeist ein Vorteil ist.

Wieso ausgerechnet die Spurweite TT – und was sagen denn die Frauen dazu?

Die Spurweite TT ist aus meiner Sicht die gängigste Spurweite aus der DDR-Vergangenheit – vor allem im privaten Bereich beim Bau von Heimanlagen. Sie erlebt seit vielen Jahren einen immer größer werdenden Zuspruch. Mein Vater selbst hat schon immer eine Modelleisenbahn in der Spurweite TT. Über ihn bin ich auch zu meinem Hobby gekommen. Auch den Vereinsfreunden ist es ähnlich ergangen. Der Entschluss zum Bau einer TT-Großanlage ist Teil der Geschichte des Vereins, denn beim Neustart hatten wir nichts, außer einer Sammlung von TT-Fahrzeugen und Schienenmaterial. Unsere Frauen, soweit vorhanden, unterstützen uns bestmöglich. Vor allem zu unserer Ausstellung, aber auch zu Vereinsausflügen sind sie meist dabei – dafür sind wir zu Dank verpflichtet. Ein Zitat einer Frau: „Wenn er im Verein ist, weiß ich, dass er keinen Blödsinn macht.“

Wie wirkt denn Ihr Clubleben in die Realwelt?

Das kommende Wochenende ist der Höhepunkt des Vereinsjahres, die Ausstellung ist für den Verein der wichtigste Termin. Da sind alle anwesend und möchten diese Ausstellung zu einem besonderen Freizeitvergnügen für Jung und Alt machen. Zum Vereinsleben gehören auch gemeinsame Ausflüge, bei denen wir immer viel Spaß und Freude haben, was wiederum zum Wohlbefinden aller beiträgt.

Warum sollte jeder Lausitzer ihr großes Modell gesehen haben?

Unsere Anlage ist eine sehr detailreiche Fantasielandschaft. Allerdings haben wir es uns zum Thema gemacht, dass sämtliche Gleisradien, Gleisabstände, Weichen sowie die fahrenden Züge möglichst nahe am Original sind. Alle Weichen sind selbst gebaut, ebenfalls auch die komplette Oberleitung im ersten Anlagenabschnitt. Die zusammengestellten Züge haben meist Originallänge und fahren durch ein immergrünes Mittelgebirge, vorbei an Seen, durch Täler und Tunnel sowie über große Brücken – mehr wird nicht verraten.

Gespräch: Andreas Herrmann