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Peter Schiewart sorgt für Bienenfutter

Der Imker aus Geheege hat seinen Garten in ein blühendes Refugium verwandelt. Aktuell sind bei den Insekten besonders die Bienenbäume beliebt.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Wenn der Chef des Rothenburger Imkervereins unter dem Dach des Holzpavillons in seinem Garten sitzt, dann summt es um ihn herum. Denn das Areal rings um sein Haus ist sozusagen Bienenland. Überall in freien Ecken, auf Rabatten, Wiesen hat der Geheeger Blumen, Sträucher und Bäume gepflanzt, in deren Blüten seine Bienen Nahrung finden: Königskerzen, Schneebeeren, Weiden, Robinien, Linden, Efeu, wilder Wein. „Als Imker muss man für Tracht sorgen“, erklärt Peter Schiewart. Deshalb hat er sich noch zu DDR-Zeiten in einer Berliner Baumschule mehrere Euodia-Pflanzen (zu Deutsch: Bienenbaum oder Duftraute) besorgt. Mittlerweile stehen rund 20 davon in seinem Garten, einige sind schon acht bis zehn Meter hoch – das Maximum, das sie erreichen können. Duftrauten sind besonders in der aktuellen Jahreszeit wichtig, wenn die Lindenblüten als Bienenziel ausgedient haben. „Die Bäume treiben schon im zeitigen Frühjahr aus und stehen dann von Mitte Juli bis Mitte August in voller Blüte“, erklärt der Experte. In Fachzeitschriften wird dieser Zeitraum sogar mit Ende Juni bis in den Oktober hinein angegeben.

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Euodia-Bäume verlängern laut Peter Schiewart die Bienensaison. Sie sind weniger wichtig für den Honigertrag, sondern vielmehr für die Aufzucht der Jungbienen, die den Winter überstehen müssen. „Euodia-Blüten liefern Nektar und Pollen. Der Pollen wiederum sorgt für das Fettpolster, das den Bienen das Überleben in der kalten Jahreszeit sichert.“

Damit es künftig in der Region immer mehr Bienenbäume gibt, sorgt er für deren Vermehrung. In Töpfen stehen sie vor seiner Haustür in den unterschiedlichsten Größen herum. „Wer möchte, kann sich bei mir diese Pflanzen holen“, wirbt der Geheeger Imker dafür, den Bienen auch im Spätsommer und Herbst genügend Nahrung zu bieten. „Gerade weil in der Landwirtschaft meistens Monokultur betrieben wird, ist diese Abwechslung enorm wichtig.“

Mit der Honigausbeute ist Schiewart, der 15 Völker mit jeweils bis zu 30 000 Bienen betreut, in diesem Jahr trotz der Trockenheit zufrieden. Allerdings vermutet er, dass es im nächsten Jahr eine Flaute geben wird. „Die Pflanzen dürften nach so einer Kraftanstrengung im Folgejahr über weniger Reserven verfügen. Dann könnte auch der Honigertrag geringer sein.“