merken

Feuilleton

Seine Dresden-Liebe haben wir bewundert

Betroffene Reaktionen auf den Tod von Peter Schreier: Von Sachsens Regierung über Dynamo Dresden bis zur Staatsoperette.

Prominente reagieren betroffen auf den Tod von Peter Schreier.
Prominente reagieren betroffen auf den Tod von Peter Schreier. © dpa

Bewunderung für den gestorbenen Opernsänger Peter Schreier hat der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bekundet. "Weltruhm und Heimatliebe - beides gehört zu ihm", schrieb Kretschmer am Donnerstag zum Tod des berühmten Tenors. "Seine Liebe und Treue zu Dresden und Sachsen haben wir genau so bewundert wie seine famosen Auftritte."

Der Fußballverein SG Dynamo Dresden schrieb bei Twitter über Schreier: "Seit seiner Kindheit fieberte er leidenschaftlich mit der SGD mit." Er werde der Welt fehlen.

"Mit Peter Schreier verlieren wir einen großen Musiker und eine der eindrucksvollsten Stimmen unseres Landes", erklärte Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Als lyrischer Tenor habe er in zahlreichen Rollen in den Opernhäusern der Welt brilliert und immer auch für die Kulturnation Deutschland gestanden.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Peter Schreier in einem seiner letzten großen Interviews

Zu Weihnachten ist der Kammersänger verstorben. Wir veröffentlichen noch einmal das Gespräch, das er 2015 mit der SZ zu seinem 80. Geburtstag führte.

Symbolbild verwandter Artikel

Peter Schreier – ein persönlicher Abschied

Er war der führende lyrische Tenor des 20. Jahrhunderts. SZ-Klassikredakteur Bernd Klempnow kannte ihn auch von einer anderen, persönlichen Seite.

Man werde Schreier vermissen, teilte auch das internationale Musik-Label Decca Classics mit. Der Sänger sei ein "herausragender Tenor" gewesen, dessen Repertoire von Bach bis Strawinsky gereicht habe. Schreier war am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Dresden gestorben.

Auch Wolfgang Schaller, bis zum Ende der vergangenen Spielzeit Intendant der Dresdner Staatsoperette, äußerte sich betroffen. "Während meines Studiums war ich fast jeden Abend in einem der großartigen Ostberliner Theater. Mit Peter Schreier gab es Sternstunden in der Lindenoper: „Barbier von Sevilla“ in der legendären Berghaus-Inszenierung, die heute dort noch im Repertoire steht, oder „Così fan tutte“ im Apollosaal, oft gemeinsam mit Theo Adam und unter Otmar Suitner." Beglückend seien für Schaller auch die "leider wenigen Auftritte" während dessen Zeit an der Semperoper gewesen. "Mit großer Dankbarkeit erinnere ich mich außer diesen künstlerischen Erlebnissen an Peter Schreiers persönlichen kulturpolitischen Einsatz für das Ensemble der Staatsoperette und den lange Jahre umkämpften Neubau", so Schaller. "Seine Wertschätzung hat uns damals mehrfach Kraft und Mut gegeben. Ich bin voller Dankbarkeit, diesen wunderbaren Menschen und Künstler erlebt zu haben."  

Andreas Schüller, Chefdirigent Staatsoperette Dresden, erinnert sich: "Im Winter 89/90, nur wenige Wochen nach dem Mauerfall, war es mir,  dem 15 -jährigen gebürtigen West-Berliner, erstmals möglich, in die Berliner Staatsoper unter den Linden zu gehen. Im mittlerweile zur Legende gewordenen "Barbier von Sevilla" in der Ruth-Berghaus-Inszenierung erlebte ich dort Peter Schreier als Almavia und Roman Trekel als Figaro." Beide seien sängerisch überragend, lustig und über alle Schwierigkeiten des Werkes erhaben gewesen, so Schüller. "Der Zuschauerraum war schlecht besucht - im Winter 89/90 hatte man wohl anderes im Sinn, als in die Oper zu gehen -, aber Schreier und Trekel schien das in Ihrer Spiel- und Sangeslust überhaupt nicht zu bremsen. Enthusiastischer Applaus war ihnen sicher. Dieser erste Staatsopernbesuch mit Peter Schreier hat sich fest in meine Erinnerung eingebrannt." (SZ)