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Peterskirche erwartet vielleicht bald geflügelten Nachwuchs

Ein Wanderfalke soll sich im Südturm endlich heimisch fühlen, mit passendem Weibchen. Görlitzer Vogelfreunde helfen ihm dabei.

© Markus Ritz

Von Matthias Klaus

Görlitz. So richtig glücklich war der Wanderfalke in und auf der Peterskirche vermutlich in den vergangenen Monaten nicht. „Mal saß er auf den Turmspitzen, mal in einer Nische im Mauerwerk – ideale Bedingungen hatte er nicht“, sagt Markus Ritz von der Fachgruppe Ornithologie Görlitz. Seit fast einem Jahr hatte sich das Wanderfalkenmännchen so über die Runden an der Peterskirche gerettet, ohne wirklich geeigneten Brutplatz. Das soll sich nun grundlegend ändern.

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Denn die Görlitzer Vogelfreunde von der Fachgruppe Ornithologie haben in diesem Winter einen Nistkasten für Wanderfalken im südlichen Turm der Peterskirche installiert. Damit soll sichergestellt werden, dass der Wanderfalke hier sesshaft wird – und es vielleicht auch Nachwuchs gibt. Bisher hatte die Peterskirche eher mit Wintergästen zu tun, eine Falkendame beispielsweise, die es aus Skandinavien an die Neiße zog. „Der Falke, der jetzt an der Kirche zu Hause ist, stammt eher aus unseren Breiten“, schildert Markus Ritz. Deshalb bleibe der Vogel auch ganzjährig der Stadt erhalten. „Es kann allerdings sein, dass er in den Wintermonaten ein wenig weiter weg herumstreift“, so der Vogel-Experte.

Die Mitarbeiter der Fachgruppe Ornithologie haben den alten Turmfalkenkasten auf der Ostseite des Südturmes aus- und einen neuen eingebaut. Der soll speziell auf die Bedürfnisse des Wanderfalken abgestimmt sein. Mit der Innenstadtgemeinde Görlitz habe es eine sehr gute Zusammenarbeit gegeben, so Markus Ritz. Die Fachgruppe wird den Bauablauf weiter begleiten, sodass trotz Falkenansiedlung die Turmsanierung reibungslos vonstattengehen kann. Der Wanderfalke sei mittlerweile regelmäßig am Kasten gesichtet worden, schildert Markus Ritz. Und auch ein zweiter Vogel war bereits da. Ein Weibchen? Für spätestens nächstes Jahr hoffen die Ornithologen jedenfalls auf Nachwuchs im Turm der Peterskirche.

Um das Nahrungsangebot für die künftige Falkenfamilie macht sich Markus Ritz wenig Sorgen. Wanderfalken jagen demnach mit Vorliebe Vögel, Turmfalken eher Mäuse. „Der Wanderfalke soll helfen, die Stadttauben in Schach zu halten“, sagt Markus Ritz. Dass er das jetzt schon tut, davon zeugen Tierreste, die die Ornithologen fanden.