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Kein Weg über die Staumauer

Kreiswanderwegewart Gunter Fichte wollte eine Öffnung der Staumauer Lehnmühle für Wanderer. Nun sind die Türen zu.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

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Osterzgebirge. Gunter Fichte hätte sich das schön vorstellen können. Eine Wanderroute, die über die Staumauer der Talsperre Lehnmühle führt. Auf der einen Seite hat man den Blick übers Wasser, auf der anderen Seite in das tiefe Tal der Weißeritz. Für dieses Anliegen hat er seine Hoffnung auf eine Petition auf den sächsischen Landtag gesetzt. Diese stand auf der jüngsten Sitzung des Petitionsausschusses auf der Tagesordnung – und ist abgelehnt worden, wie Fichte inzwischen erfahren hat. Er war nicht allein mit seinem Anliegen. Mit der Petition hat er auch eine Unterschriftensammlung, die das Anliegen unterstützt, übergeben.

Damit gilt weiterhin der Kompromiss, den die Landestalsperrenverwaltung bisher schon anbietet. Demnach können zu vorher festgelegten Terminen alle zwei Wochen Wandergruppen in Begleitung eines Staumeisters über die Mauer der Lehnmühle gehen. Fichte ärgert sich, weil einige der Gründe für die Ablehnung der Petition in früheren Versäumnissen liegen. So lautet ein Argument in der Begründung: „Im Bereich der Talsperre Lehnmühle befindet sich zudem keine überregionale Radroute.“ „Wenn die Verantwortlichen sich früher um eine solche touristische Erschließung gekümmert hätten, wäre die Situation jetzt anders“, sagt Fichte. Die Hauptargumente, die aus Sicht der Landestalsperrenverwaltung gegen die Öffnung der Mauerkrone an der Lehnmühle sprechen, sind zwei andere. Die Brüstungen auf der Mauer entsprechen nicht heutigen Sicherheitsanforderungen. Und direkt an der Mauerkrone liegt auch das Betriebsgelände der Staumeisterei, auf dem Material und Technik lagern. Dort soll nicht jedermann reingehen, und es ist nicht möglich, diesen Bereich vom Weg über die Mauer zu trennen, anders als an der Malter oder Klingenberg. Der Landtagsausschuss folgte diesen Argumenten und wies die Petition zurück.

Fichte bedauert das. „Ein Erfolg hätte Mut machen können, noch mal aktiv zu werden für den Pöbeldamm“, sagt er. Auch dort würde er gerne einen öffentlichen Wanderweg über den Staudamm erreichen, welcher derzeit in Niederpöbel gebaut wird. „Nun sind alle Türen erst mal zu“, stellt der Wanderwegewart fest.