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Pferdesport - das sollten Turniereinsteiger wissen

Sachsen bietet für Reitfreunde zahlreiche Möglichkeiten - insbesondere der Turniersport ist gut organisiert.

© Bildrechte: Flickr 202 FNEG CC BY-SA 2.0 Bestimmte

Wer aber das erste Mal an einem der hiesigen Reitsport-Turniere teilnehmen möchte, der sollte nicht nur sich selbst, sondern auch sein Pferd rechtzeitig darauf vorbereiten.

Sowohl die Haltung als auch die Arbeit mit Pferden hat in Sachsen eine lange Tradition. So obliegt der Sächsischen Gestütsverwaltung auf den Gestüten Moritzburg und Graditz die Haltung und Ausbildung von Zuchthengsten, während der Landesverband Pferdesport Sachsen e. V. den gesamten Turniersport im Bundesland organisiert. Doch was muss man eigentlich beachten, wenn man als Reiter zum ersten Mal an einem Turnier teilnimmt?

Das Pferd

Turniere bieten nicht nur die Chance, sich mit anderen Reitern zu messen, sondern können auch die Bindung zwischen Reiter und Pferd intensivieren. Beide müssen sich aufeinander verlassen können, um auf Turnieren erfolgreich zu sein. Daher ist es bei einer erstmaligen Turnierteilnahme wichtig, dass sich Reiter und Ross mit der ungewohnten Umgebung und dem Prozedere vertraut machen - das Pferd muss sich an die zahlreichen Geräusche und andere neue Sinneseindrücke gewöhnen. Der Wettkampf ist zunächst zweitrangig. Denn Pferde sind Fluchttiere und durch eine ungewohnte Umgebung schnell irritiert. Deshalb ist der Reiter in der Verantwortung, sein Pferd geduldig mit der Turnierstätte vertraut zu machen und ihm Sicherheit zu vermitteln.

Zudem sollte es selbstverständlich sein, dass man nur mit einem vollkommen gesunden Pferd an einem Turnier teilnimmt. Im Gegensatz zu menschlichen Athleten kann ein Pferd nicht mittteilen, ob es sich fit genug fühlt, um Leistungssport zu betreiben. Als Reiter sollte man sein Pferd daher so gut kennen, dass man Anzeichen einer Erkrankung oder eines allgemeinen Unwohlfühlens unmittelbar registriert. Im Zweifelsfall sollte man einen Tierarzt oder Pferdephysiotherapeuten hinzuzuziehen: Alin Zimmerman aus Dippoldiswalde kann zum Beispiel mit ihren gefühlvollen Händen feststellen, ob das Pferd unter Verspannungen leidet und insgesamt einsatzbereit ist.

Die Ausrüstung

Selten findet ein Turnier direkt auf dem heimischen Hof statt - oft müssen Pferd und Ausrüstung weite Strecken transportiert werden. Dazu benötigt man einen Pferdeanhänger, der ausreichend Platz für das Pferd und die Ausrüstung bietet. Je nachdem, ob man einen neuen oder gebrauchten Anhänger erwirbt, bewegen sich die Kosten für eine solche Anschaffung zwischen 500 und 2.500 Euro. Nicht zu vergessen die Anhängerkupplung, die sowohl zum Zugfahrzeug als auch zum Transportmodell passen muss.

Viele Reiter, die zuvor überwiegend im Gelände unterwegs waren, unterschätzen die Menge an erforderlichem Equipment für ein Turnier. Der Reiter braucht nicht nur eine angemessene Turnierkleidung, unter Umständen sind auch ein neuer Sattel und eine neue Trense erforderlich. Ebenfalls nicht unterschätzen sollte man die Zeit, die es dauert, bis das Pferd im Anhänger verladen ist. Wer zum ersten Mal an einem Turnier teilnimmt, sollte ohnehin rechtzeitig damit beginnen, sein Pferd an den beengten, schwankenden Raum zu gewöhnen - ansonsten kann es passieren, dass Reiter und Pferd den heimischen Hof gar nicht erst verlassen. Auch an die Verpflegung ist zu denken: Im Anhänger sollten auf jeden Fall Wasser und Heu zur Verfügung stehen.

Die Turnierklassen und -niveaus

Da Reitturniere in diverse Arten und Klassen unterteilt sind, sollten sich Reiter mit Turnierambitionen frühzeitig mit den Unterschieden vertraut machen. Im Pferdesport finden die Wettbewerbe grundsätzlich in den Disziplinen Dressur und Springreiten statt, die jeweils in die gleichen Leistungsniveaus unterteilt sind: von E für Einsteiger bis S als höchstes Niveau. Reiter sollten wissen, ob ihr Pferd eher für Dressur oder Springen veranlagt ist, und sich dementsprechend für das passende Training entscheiden.

Unabhängig davon, ob man sich für ein Dressur- oder ein Springturnier entscheidet, sind einige formale Voraussetzungen für die Teilnahme zu erfüllen. Für ein Anfängerturnier benötigt man in den meisten Fällen kein Reitabzeichen und auch keine Turnierpferdeeintragung - beide sind erst in den höheren Klassen Pflicht. Allerdings ist eventuell eine Teilnahmegebühr zu entrichten. Doch eines sollten Reiter nie vergessen: Auch wenn ein gesunder Wettkampfgeist nicht schadet, steht das Wohl des Tieres stets an erster Stelle.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Jessika Holzman.