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Döbeln

Pflanzen, streichen, reparieren

Seit 13 Jahren kümmern sich die Verschönerer um ein besseres Stadtbild. Doch ihre Arbeit wird nicht immer geachtet.

Bei seiner jüngsten Aktion bekam der Verschönerungsverein Unterstützung von 17 Schülern und zehn Waldheimern. Sie befreiten zahlreiche Wege von Laub und Ästen. © Heinz Thieme

Waldheim. Viele reden über ungepflegte Waldwege, verschmutze Bänke oder fehlendes Grün. Der Verschönerungsverein tut etwas dagegen. Nun bereits seit 13 Jahren.

„Wir kümmern uns um kleine, aber wichtige Selbstverständlichkeiten“, bringt es Vereinschef Gerd Pfeifer in der Jahreshauptversammlung auf den Punkt. Es müsse Spaß machen, sonst sei es Arbeit, meint Pfeifer. Und den 71 Mitgliedern, von denen viele schon zur reiferen Generation gehören, macht es Spaß, auch wenn die Arbeiten teilweise körperlich sehr schwer sind. Deshalb würden sich die Frauen und Männer über jüngere Unterstützung freuen.

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Als Knochenarbeit bezeichnet der Vereinschef zum Beispiel das Freischneiden von zwei Sichtachsen auf dem Meinsberger Berg. Die erlauben Spaziergängern nun wieder einen weiten Blick über Waldheim. 

Außerdem haben die Verschönerer den Aufgang zur Härtelstraße mit Efeu bepflanzt, die Begrüßungstafeln an den Ortseingängen gesäubert, am Schlachthof einen Treppenaufgang gebaut sowie 45 Bänke im gesamten Stadtgebiet gepflegt und gestrichen, trotz das sie immer wieder durch Randalierer beschädigt werden.

 Allein 95 Schubkarren Material waren nötig, um den Wanderweg unterhalb der Bergstraße zu befestigen. Das ist nur ein Bruchteil dessen, wofür die Frauen und Männer ihre Freizeit opfern, zeigt aber auch die Vielfalt ihres Betätigungsfeldes.

Allein auf der Zschopauterrasse gab es im vergangenen Jahr 377 Einsatzstunden. Dort wurden unter anderem ein zweiter befahrbarer Aufstieg angelegt sowie eine Bank- und Sitzgruppe aufgestellt, gemalert und gepflanzt. Positiv ausgewirkt habe sich, dass die Hinweisschilder auf den Rundwanderwegen höher gehangen wurden.

 Früher musste der Verein jährlich 65 bis 95 Schilder erneuern, weil sie Wanderer als Souvenir mitgenommen hatten. „2018 waren es nur sechs“, sagt Karl Schuster. Durch seine Initiative wurden auch zwei große Informationstafeln mit elf Wanderrouten in und um Waldheim aufgestellt. Außerdem gibt es drei Tafeln, auf denen sich Interessierte über die Industrialisierung des Zschopautales informieren können.

Den Waldheimern ihre Umgebung näher bringen, wollte Karl Schuster aber nicht nur schriftlich. Deshalb führte er jahrelang die Wanderung des Verschönerunsvereins an, der sich mehr und mehr Gäste anschlossen – inzwischen auch viele von außerhalb. Die 25. Tour war Schusters letzte. Bei der folgten ihm 118 Frauen, Männer und Kinder. 2019 übernahm Heinz Thieme diese Aufgabe und konnte bei seiner ersten Wanderung 138 Teilnehmer begrüßen.

Die Arbeiten der Verschönerer erfolgen ehrenamtlich. Das Material wird aus den Mitgliedsbeiträgen, zahlreichen Spenden und den Wachbergsternen finanziert. Allein die Sterne haben 2018 rund 770 Euro eingebracht. Der Turm ist inzwischen nicht mehr nur Aussichtsturm, sondern auch Mittelpunkt des Märchenspiels Rapunzel. Dessen Aufführung hat der Verein unterstützt. 

„Wir haben aus Tauen einen zehn Meter langen Zopf geflochten, eine Rolle zum Aufwickeln und Kulissen gebaut“, erzählt Karl Schuster. Doch weiter könne die Hilfe nicht gehen. Jetzt müsse sich um die Aktion eine gesonderte Gruppe kümmern. Es gebe auch schon Bewerber dafür. Das nächste Mal soll Rapunzel bereits im Mai aufgeführt werden.

Rapunzel am Wachbergturm: 15., 16. und 17. Mai, jeweils 9 und 10 Uhr, 19. Mai um 14 Uhr. Bei allen Vorstellungen ist der Eintritt frei.