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Pflegeheim im Mai bezugsfertig

Der neue Gebäudeteil des Heims am Hirtenweg bietet mehr Komfort. Für die neue Mannschaft werden noch Mitarbeiter gesucht.

© Arvid Müller

Von Ulrike Keller

Großes Glück kann so klein sein

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Coswig. Es geht voran auf der Baustelle am Hirtenweg. Die aufgeschütteten Erdhaufen im Hof haben die längste Zeit gelegen. Nach anderthalb Jahren Bau steckt die Erweiterung des bestehenden Alten- und Pflegeheims in den letzten Zügen. Die Meißner Sozialprojekt gemeinnützige Gesellschaft, kurz Meisop, schafft in dem Anbau 24 zusätzliche Plätze zur vollstationären Pflege.

Heimleiterin Anja Oertel und Meisop-Geschäftsführer Helmut List sind bester Laune. Gerade hat ein Sachverständiger die Brandschutztüren in dem Neubau abgenommen. In den nächsten Wochen wird es nun Schlag auf Schlag gehen. „Nach Ostern kommen die Möbel“, verrät die Heimleiterin. Ende April steht die Bauabnahme an, und ab Mai können Bewohner einziehen.

Anfragen gibt es schon reichlich. Denn die neuen Zimmer haben gegenüber den bisherigen einen entscheidenden Vorteil: „Es sind durchweg Einzelzimmer, und jeder hat sein eigenes Bad“, sagt der Meisop-Chef. Im Bestandsbau sei immer zwei Zimmern ein gemeinsames Bad zugeteilt. „Das ist jetzt eine andere Qualitätsstufe“, betont Helmut List. Allerdings eine, die sich ein Bewohner auch leisten können muss.

Denn für die neu entstandenen Zimmer fallen monatlich etwa 200 Euro mehr an als für die bestehenden, die bei rund 900 Euro losgehen. Hauptgrund ist, dass der Anbau – im Unterschied zum Bestandsbau – ohne öffentliche Förderung errichtet wird. So muss die Meisop ihre komplette Investition in Höhe von 2,4 Millionen Euro über die Jahre auf die sogenannte Investitionspauschale umlegen. Das ist jener Teil der Heimkosten, der sich mit der Kaltmiete vergleichen lässt. Liegt die Pauschale im alten Bau bei aktuell 6,22 Euro pro Pflegetag und Bewohner, geht Helmut List für die neuen Zimmer von 13,25 Euro pro Pflegetag und Bewohner aus. „Der Pflegesatz und die Kosten der Unterkunft und Verpflegung bleiben gleich“, erläutert Helmut List.

Für die Meisop ist das Bauvorhaben das größte seit 13 Jahren. Die Tochtergesellschaft des Landkreises entschied sich dazu, um der steigenden Nachfrage in der Region besser gerecht werden zu können. Denn als einziger Träger in Coswig, der vollstationäre Pflegeplätze anbietet, kann sie schon seit einigen Jahren nur ein Viertel bis ein Drittel aller ernst gemeinten Anfragen bedienen, so der Geschäftsführer. Diese kommen hauptsächlich aus Coswig, aber auch aus Weinböhla, Meißen und Radebeul.

In dem bisherigen Heim standen bereits 36 Plätze zur Verfügung. Die Erweiterung wurde so vorgenommen, dass der neue Anbau direkt mit dem Kerngebäude verbunden ist. Dabei wurde das schon in L-Form gebaute Bestandshaus um ein zweites L ergänzt. Das Gesamtobjekt kommt nun in U-Form daher.

Auf diese Weise ist ein länglicher Innenhof entstanden. „Das Bauende passt gut in die Jahreszeit“, sagt Heimleiterin Anja Oertel erfreut. „Jetzt können wir auch mit der Außengestaltung beginnen.“ In der zweiten Aprilhälfte werde Planie gemacht und Gras gesät. „Gespannt sind schon alle, wenn dann wieder der Rundweg angelegt und bepflanzt wird“, so die Chefin des Hauses, das zentral in Rathausnähe liegt.

Sehr gut hätten übrigens auch die Bewohner die Bauzeit überstanden, erzählt sie. „Das Verständnis für den Staub und den Lärm war da.“ Überraschend groß sei sogar das Interesse der Senioren am Baugeschehen gewesen. Die versprochene Begehung können viele nun kaum erwarten. Drei bis vier Bewohner haben vor, in den neuen Teil umzuziehen. Vor allem wegen des eigenen Bads. Aber auch der freie Blick in Richtung Börse lockt, der nun nur noch aus dem Neubau möglich ist.

Bewohnt sein werden lediglich die oberen zwei Etagen des Dreigeschossers. Im Erdgeschoss kommen Archiv, Lager und Personalumkleideräume unter. In jeder bewohnten Etage wird ein Wohnbereich geschaffen. Mit eigenem Team. Dadurch entstehen auch neue Arbeitsplätze.

25 Beschäftigte zählt das Heim aktuell, weitere zehn in der Pflege und drei bis vier in der Hauswirtschaft werden benötigt. „Das Hirtenweg-Team ist zurzeit eine dufte Truppe“, schwärmt Anja Oertel. „Unser Ziel ist es, alle neuen Mitarbeiter zu integrieren und gut zu einem großen Team zusammenzuwachsen.“

Als Besonderheit ihrer Einrichtung sieht die Heimleiterin die familiäre Atmosphäre. Und aus Bewerbergesprächen weiß sie bereits, dass manche Fachkraft genau danach schaut. „Viele reizt der Gedanke, in einer kleineren Einrichtung zu arbeiten statt in einem riesigen Objekt.“

Bewerbungen an [email protected] oder [email protected]