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Pflegekräfte fordern mehr Personal

Etwa 100 Demonstranten sind am Sonnabend durch Dresden gezogen. Sie wollen Missstände im Berufsalltag aufzeigen.

© SZ

Von Juliane Richter

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Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi haben am Sonnabend rund 100 Pflegekräfte unweit des Städtischen Klinikums Friedrichstadt demonstriert. Am „Tag der Pflege“ wollten sie mit der Demo und dem anschließenden Marsch durch die Stadt auf die schlechten Arbeitsbedingungen und den Personalmangel im Pflegebereich hinweisen. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Frank Fischer stellte drei Forderungen auf: Mehr Pflegepersonal per Gesetz, bessere Arbeitsbedingungen und eine qualitäts- sowie bedarfsgerechte Patientenversorgung.

Die Anwesenden waren sich einig, dass die derzeitige Situation vor allem zulasten der Patienten geht. Manchmal fehle, bei der Vielzahl der Aufgaben und der häufigen Unterbesetzung, schon die Zeit, sich ordnungsgemäß die Hände zu desinfizieren. „Aber welche Auswirkungen hat das auf die Patienten?“, fragte Fischer. Immer häufiger würden Pflegemitarbeiter, vor allem in den Kliniken, Gefährdungsanzeigen schreiben. Damit weisen sie intern nicht nur darauf hin, dass in ihrer Schicht zum Beispiel akut Personal fehlt oder sie Überstunden leisten müssen, um die Arbeit zu schaffen.

Die Mitarbeiter nutzen diesen Weg häufig auch, um sich in solchen Fällen abzusichern. Allein in den Städtischen Kliniken Friedrichstadt und Neustadt werden im Schnitt täglich drei Gefährdungsanzeigen geschrieben (die SZ berichtete). Die Pflegeleitung dieser Häuser hat das Problem erkannt und versucht mit der Gewinnung neuer Fachkräfte gegenzusteuern. Allerdings fehlt es in der gesamten Branche an Bewerbern. In ganz Deutschland fehlen laut Fischer 70 000 Pflegekräfte. Das liege auch an der mangelnden Attraktivität des Berufes. Aufgrund der hohen physischen und psychischen Belastung würde der Beruf im Schnitt nur zehn Jahre ausgeübt.