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Phishing-Prävention: Online-Bezahlen mit Kreditkarte wird schwieriger 

Verbraucher sollen in Zukunft beim Bezahlen im Internet besser vor Betrug und sonstiger Kriminalität geschützt werden. 

Bild: Die Bezahlung per Kreditkarte ist vor allem im Internet komfortabel. | Foto: Sfio Cracho - 387276601 / Shutterstock.com

Erreicht werden soll dies durch Maßnahmen der europäischen Bankenaufsicht, die die Zahlung per Kreditkarte durch zusätzliche Auflagen erschweren will. Der Hintergrund ist, dass es insbesondere bei diesem Zahlungsmittel häufiger zu Betrugsversuchen kommt, wenn Kriminelle an die wertvollen Kartendaten gelangen und dann im Namen der nichtsahnenden Eigentümer einkaufen gehen.

Cyberkriminalität ist vorrangiger Grund für das Einschreiten der EZB

Cyberkriminalität ist leider generell ein immer wieder, auch auf politischer Ebene, diskutiertes Thema, das zu kontroversen Ansichten führt. Auf der einen Seite ist das Internet ein freies und weltoffenes Medium, auf der anderen Seite öffnet es bei nicht ausreichender Absicherung aber auch Kriminellen Tür und Tor und bringt negative Konsequenzen für Ladengeschäfte mit sich. Um Kriminalität für die Zukunft zu minimieren, will die Europäische Bankenaufsicht, kurz EBA, zusätzliche Sicherheitsparameter einführen. Diese sollen für quasi alle Zahlungen per Kreditkarte im Internet gelten. Ziel eines solchen Vorhabens der EZB ist auch, dem Phishing Einhalt zu gebieten. Allein die Cyberkriminalität verursacht gemäß der Infografik auf betrugstest.com jährlich einen Schaden von rund 40 bis 70 Millionen Euro in Deutschland. Die neuen Regelungen der EZB sehen nun mehrere Änderungen vor:

- Ausweisung mit zwei separaten Faktoren

- Gültigkeit für nahezu alle Einkäufe im Internet

- Kompliziertes Verfahren zur Implementierung

Speziell die Ausweisung bzw. Authentifizierung mit zwei separaten Parametern soll nachhaltig dafür sorgen, dass das Abgreifen der Kundendaten durch Phishing ins Leere läuft. Der bereits weiter oben genannten Schadenszahl durch Cyberkriminalität steht auf der anderen Seite immerhin ein beeindruckender Umsatz deutscher Kreditkartennutzer von 99,6 Milliarden Euro im Jahr 2015 gegenüber.

Geplante Maßnahmen verursachen bei Online-Shops Protestaktionen

Betrachtet man, welche Unsummen von Geld dabei alleine schon auf die diversen Online-Shops entfallen, so wird klar, warum eben jene Unternehmen von den neuen Regelungen nicht gerade begeistert sind. So befürchten diese natürlich insbesondere sinkende Umsätze, weil Kunden nicht mehr, wie gewohnt, mit Kreditkarte bezahlen könnten. Diverse Statistiken zeigen, dass dem Bezahlungsprozess beim Online-Shopping ein mindestens genauso großer Stellenwert zukommt, wie den folgenden Faktoren:

- Seriosität des Anbieters

- Repräsentative Webseite

- Meinungen von anderen Kunden

- Produktvielfalt und Erlebnis

Doch nicht nur die Online-Shops befürchten künftig verstärkt negative Konsequenzen, sondern auch der Firmenkreditkartenanbieter und Zahlungsabwickler Airplus. Bei diesem handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Lufthansa, das vor allem im vergangenen Jahr auf finanzieller Ebene nicht gerade zufrieden sein konnte. Grund dafür war auch schon eine neue Regelung der Europäischen Union gewesen, die zu einer beschränkten Nutzung geführt hatte. Daraufhin war Airplus dazu gezwungen gewesen, die Kosten für die Kartennutzung zugunsten einer gesteigerten Wirtschaftlichkeit anzuheben. Dies wiederum hatte bereits zu etlichen Kündigungen von Kartenbesitzern geführt und für das Unternehmen weiteren Schaden bedeutet.

Alternative Zahlungsmethoden stehen in hohem Maße zur Verfügung

Zurückkommend auf die Online-Shops lässt sich die von vielen Seiten geäußerte Angst nicht zwangsläufig als unbegründet abstempeln. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Kreditkarte hinter dem Rechnungskauf zu den beliebtesten Zahlungsmethoden im Internet gehört. Nichtsdestotrotz existieren natürlich in den meisten Fällen noch etliche andere Zahlungsmöglichkeiten, die potenzielle Kunden nutzen können:

Der Grund dafür, dass insbesondere der Rechnungskauf bei vielen Kunden, gleichwohl aber nicht bei vielen Unternehmen beliebt ist, liegt in dem Komfort für Kunden und der Ungewissheit für Unternehmen begründet. Während der Kunde nach Erhalt der Ware innerhalb des gesetzten Zahlungsziels bezahlen muss, sieht sich das Unternehmen regelmäßig dem Risiko von Zahlungsausfällen ausgesetzt, obwohl die Ware schon geliefert wurde. Dies ist auch eine Ursache dafür, dass bei vielen Online-Shops die Möglichkeit des Rechnungskaufs mittlerweile gar nicht mehr vorhanden ist. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies mit der Einführung der Restriktionen bei der Kreditkartenzahlung wieder ändern wird.