merken

Löbau

Pilgern zu Karel Gott

Die kleine Gemeinde Doubice nahe der deutschen Grenze hat eine Gedenkstätte für den berühmten Sänger und bekanntesten Tschechen eingerichtet.

Karel Gott; Gedenkstätte Doubice
Karel Gott; Gedenkstätte Doubice © Gemeindeamt Doubice

Seit Montag pilgern sie: Unablässig strömen Menschen aus dem Lausitzer Gebirge zur der Gedenkstätte, die für den verstorbenen Schlagerstar Karel Gott an der Kirche Mariä Himmelfahrt in Doubice (Daubitz) errichtet wurde. Antoník Sedlák von der Pfarrgemeinde in Krásná Lípa (Schönlinde) bestätigte der SZ, dass schon viele Besucher hier von dem bekannten Sänger ganz persönlich Abschied genommen haben. Der Ort liegt nur eine knappe halbe Stunde von Großschönau entfernt.

Sächsische.de zum Hören!

Zu Hause, unterwegs, in der Pause – Sächsische.de kann man nicht nur lesen, sondern auch immer und überall hören. Hier befinden sich unsere Podcasts.

In dem kleinen Ort mit nur rund hundert Einwohnern - aber wesentlich mehr Urlaubern - baute der Sänger vor zwei Jahren ein Erholungsnest für seine Familie. In einem Häuschen am Ortsrand unter dem Wald tankte er neue Kraft und machte gern Spaziergänge durch die Natur. Auch gemalt hat er in Doubice gern. Malerei war seine große Leidenschaft neben der Musik. Und natürlich konnten ihn in dem kleinen Ort auch immer wieder seine Fans treffen. „Er hat sich in das Dorfleben ganz normal eingeschaltet, wie alle anderen“, erzählt der Bürgermeister Jan Drozd über seinen wohl bekanntesten Einwohner. Der Sänger besuchte laut Bürgermeister die Gemeinde immer dann, wenn es ihm die Gesundheit möglich machte - und das war nicht nur  regelmäßig, sondern ziemlich häufig. „War gegenüber den Einheimischen sehr nett, witzig und gern hat er sich mit allen Nachbarn unterhalten. Einfach ein richtiger Kerl“, sagt der Bürgermeister.

Karel Gott war ein international sehr bekannter und bei seinen Landsleuten beliebter Tscheche. Die Regierung hat auch deshalb inzwischen beschlossen, sich von dem Sänger mit Staatstrauer und Staatsbegräbnis zu verabschieden. Dass er jetzt im Alter von 80 Jahren gestorben ist, war zwar ein Schock für viele, doch seine Gesundheit war schon länger angeschlagen: Schon im Jahre 2015 kämpfte er mit Krebs. Im September 2019 plante er noch die Teilnahme am Festival Benátská in Liberec, wo er seinen 80. Geburtstag feiern wollte. Wegen einer Lungenentzündung musste er aber absagen. Vor zwei Wochen gab er bekannt, dass er an akuter Leukämie leidet. Am 1. Oktober ist er gestorben.

Mehr Lokales:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau