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Pink Ladies suchen Verstärkung

In diesem Drachenboot paddeln Frauen, die Brustkrebs hatten. Doch die Krankheit spielt beim Sport keine Rolle.

© René Meinig

Von Kay Haufe

Sehnsüchtig hat Ina Lehmann das erste gemeinsame Training nach dem Winter herbeigesehnt. „Endlich wieder auf’s Wasser, so richtig auspowern“, sagt sie. Seit zwei Jahren sitzt sie im Drachenboot der Pink Ladies, und mit ihr paddeln 17 weitere Frauen. Sie alle haben vor einigen Jahren eine beängstigende Diagnose erhalten: Brustkrebs.

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Bei der einen ist die Behandlung gerade überstanden, bei anderen schon mehr als zehn Jahre her. Doch sie alle bekommen beim gemeinsamen Training den Kopf frei, wie Ina sagt. „Nach der Chemo musste ich dringend wieder unter Leute. Und hier bin ich herzlich aufgenommen worden“, erinnert sie sich. Die sportliche Aktivität hat ihr nicht nur körperlich gutgetan, sondern auch mental. Die Krankheit hat die Pink Ladies im Alter zwischen 36 und 79 Jahren zwar zusammengebracht, beim Sport spielt sie aber keine Rolle. Immerhin seien sie keine Selbsthilfegruppe, in der jedes Wehwehchen ausgiebig besprochen wird. „Wir treiben gemeinsam Sport. Dass dabei auch mal nachgefragt wird, ob die anderen auch Kribbeln in den Fingern hatten, als sie Hormontabletten nehmen mussten, ergibt sich nebenbei“, sagt Ina. Vergangenen Sommer hat sie mit anderen Paddlerinnen beim Drachenbootfestival in Warnemünde teilgenommen und regelrecht Blut geleckt. „Es wäre schön, wenn wir künftig auch Wettkämpfe bestreiten könnten“, sagt sie. Doch dazu solle niemand gedrängt werden, auch in Warnemünde haben andere Paddler aus dem Wassersportverein am Blauen Wunder, wo alle trainieren, mitgemacht. „Aber ich war durch unseren Erfolg so motiviert, das hat mir einen richtigen Schub gegeben“, sagt Ina. Sie und die anderen Paddlerinnen würden sich über weitere Unterstützung freuen. „Immerhin benötigen wir rund 20 Frauen für ein Wettkampfteam“, sagt Ina. „Aber keine Angst: Wer anfängt, muss nicht sofort bei Vergleichen mitpaddeln.“

Die Pink Ladies gibt es übrigens nicht nur in Dresden, sondern in über 150 Ländern auf allen Kontinenten. Die Idee geht auf den kanadischen Sportmediziner Donald McKenzie zurück, der 1996 eine Studie bei Brustkrebs-Patientinnen durchgeführt hatte. Sie hat die guten Auswirkungen des Paddelns auf die Gesundheit der Frauen belegt. In Dresden berät der Brustkrebsspezialist Andreas Werner bei Bedarf das Team. „Außer Sportkleidung brauchen Interessierte nichts mitzubringen. Wir hoffen auf Verstärkung“, sagt Ina Lehmann.

Training jeden Montag ab 18.30 Uhr am Bootshaus Fidelio-F.-Finke-Straße 14. Bitte 15 Minuten eher da sein.