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Pinsel schwingen für guten Zweck

Die fünfte Auflage der 48-Stunden-Aktion ist Geschichte. In Elstra packten gleich drei Jugendgruppen mit an.

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© Christoph Semper

Von Manuela Paul

Elstra. Leona ist ganz bei der Sache. Die Dreijährige pinselt eifrig und mit ernster Miene. Die ausgeblichenen hölzernen Bänke vorm Ski-Mehrzweckgebäude an der Liftstation am Schwarzenberg braucht nämlich dringend einen neuen Anstrich. Den verpassen ihr Jungen und Mädchen der Abteilung Ski des SV Grün-Weiß Elstra. Freiwillig und ohne Bezahlung.

Die Jugendgruppe „Elstra-Sozial“ zog in den Wald. Dort verpasst sie einer Schutzhütte am Kammweg einen neuen Anstrich.
Die Jugendgruppe „Elstra-Sozial“ zog in den Wald. Dort verpasst sie einer Schutzhütte am Kammweg einen neuen Anstrich. © Christoph Semper
Die Skisportler malerten nicht nur die Bänke vorm Mehrzweckgebäude. Sie rückten auch wucherndem Grün zu Leibe.
Die Skisportler malerten nicht nur die Bänke vorm Mehrzweckgebäude. Sie rückten auch wucherndem Grün zu Leibe. © Christoph Semper

An dem bundesweiten Projekt, bei dem am Wochenende innerhalb von 48 Stunden etwas für die Allgemeinheit getan wurde, beteiligten sich in diesem Jahr drei Gruppen mit insgesamt 28 Jungen und Mädchen aus Elstra und den Ortsteilen, so Christoph Semper vom Regionalteam Westlausitz, welches die freiwillige Aktion betreut. Leona war natürlich mit von der Partie. Das rote T-Shirt der 48-Stunden-Aktion baumelte der jüngsten Elstraer Skisportlerin bis zu den Knien. Die braune Lasur trug sie nicht nur in einem kleinen weißen Eimerchen umher, sondern auch als winzig kleine Kleckse im Gesicht. Auch Laura, Nina, Joe, Felix, Vincent und Marie schwangen den Pinsel zu Popmusik aus der Radio-Box. Stefan Schwartze von der Dresdner Malerfirma Heinrich Schmid sorgte für volle Farbeimer und gab den jungen Leuten Tipps, wie ein Anstrich perfekt gelingt. Die Dresdner Firma sponserte Holzschutzlasur und Pinsel für die Skisportler. Zum einen, weil das Handwerksunternehmen das Anliegen der 48-Stunden-Aktion super findet. Zum anderen, weil man so jungen Leuten auch das Handwerk näherbringen kann. Die Elstraer waren übrigens nicht die Einzigen, welche die Dresdner unterstützten. Die Malerfirma betreute auch die 48-Stunden-Aktion im Jugendhaus Freizone Bischofswerda mit Material und Personal.

Engagement begeistert Bürgermeister

Ein paar Meter bergab – am Skiheim – ertönten weitaus lautere Klänge. Dort heulten die Motoren von Motorsense, Rasenmäher und Heckenscheren um die Wette. Die älteren Jugendlichen des Vereins und ein paar Eltern rückten dem wuchernden Grün zu Leibe. Und auch im Haus wurde gewirbelt. Fensterputzen war angesagt. „Ich bin begeistert von dem Engagement der jungen Leute“, sagte Bürgermeister Frank Wachholz, der es sich nicht nehmen ließ, die freiwilligen Pinselschwinger zu besuchen. Denn neben den Skisportlern gab es noch zwei weitere Projekte im Rahmen der 48-Stunden-Aktion. Die Jugendgruppe „Elstra-Sozial“ verpasste am Freitagnachmittag einer Schutzhütte am Kälberberg einen neuen Anstrich. Tags darauf bekamen zwei Buswartehäuschen in Kindisch dank der fleißigen Jungen Gemeinde einen neuen Look.

Im gesamten Landkreis setzten knapp 1 500 Jugendliche gemeinnützige, ökologische, soziale und kulturelle Projekte um. „In diesem Jahr hatten wir den Eindruck, dass die Aktion nun auch in der Westlausitz mehr als Fuß gefasst hat. Wir konnten auch viele neue Gruppen begrüßen“, resümierte Christoph Semper. Außerdem würden viele Jugendgruppen ihre Projekte gemeinsam mit den Gemeinden sehr selbstständig planen und umsetzen.