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Pirna macht die Grohmannstraße dicht

An der Trasse werden ab Montag Flutschäden beseitigt. Parkplätze fallen weg, für den Lieferverkehr wird’s richtig eng.

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© Norbert Millauer

Von Thomas Möckel

Pirna. Baustellen, die den Verkehr auf zentralen Straßen hemmen, gibt es einige in Pirnas Zentrum. So arbeiten Handwerker derzeit auf der Dohnaischen Straße, auf der Langen Straße sowie auf der Badergasse. Und in wenigen Tagen gesellt sich eine weitere Baustelle dazu, die zusätzlich eine wichtige Verkehrsachse vorübergehend vom Netz nimmt.

Pirna lässt ab 5. September an der Grohmannstraße Flutschäden von 2013 beseitigen. Die vielbefahrene Trasse wird bis zum 16. September zwischen Klosterstraße und Dohnaischer Straße voll gesperrt. Die Arbeiten sind laut Stadt nötig, weil das Hochwasser vor drei Jahren vor allem die Fahrbahn arg beschädigte. Teilbereiche senkten sich, im Asphalt bildeten sich Risse. Nach Auskunft des Rathauses erfordern die derart gravierenden Mängel eine flächendeckende Sanierung, damit das Oberflächenwasser künftig wieder ordentlich abfließen kann und die Straßendecke wieder in einen verkehrstauglichen Zustand versetzt wird. Fachleute werden zunächst den beschädigten Asphalt auf einer Länge von 160 Metern etwa vier Zentimeter dick abfräsen und anschließend eine neue Deckschicht auftragen. Darüber hinaus werden die abgesenkten Gullydeckel vor der Bahnüberführung angehoben. Dazu graben Handwerker die Fahrbahn in Bereich der Schächte einen halben Meter tief auf. Mittels Ausgleichsringen oder auch komplett neuen Abdeckungen gleichen sie dann die Schächte dem Straßenniveau an. Im Bereich des Gehweges hinter den Parkbuchten an der Grohmannstraße beseitigen die Handwerker Schäden an Bordsteinen und Asphalt. Der Fußweg auf der Seite des Parkhauses Altstadt zwischen Klosterstraße und Klosterhof bleibt hingegen von den Bauarbeiten unberührt.

Aufgrund der Vollsperrung verändern sich vorübergehend die Wege in die Pirnaer Altstadt. Die Zufahrt für Pkws führt entweder über die Brückenstraße und die Straße Am Zwinger oder aber über Tischerplatz und Schlossstraße ins Zentrum. Richtig eng wird es für den Lieferverkehr. Für Lkws, die in die Bereiche Lange Straße, Töpfergasse, Niedere Burgstraße und Kirchplatz müssen, ist ebenfalls die Zufahrt über Brückenstraße und Am Zwinger ausgewiesen. Das funktioniert allerdings nur eingeschränkt: Unter der Brücke an der Badergasse passen lediglich Lkws mit einer Höhe von 3,60 Metern hindurch. Die Stadt hat bereits die Geschäftsinhaber, Gastronomen und Hoteliers gebeten, die Lieferanten auf die geringe Durchfahrtshöhe hinzuweisen. Hinaus aus der Stadt geht es für Lkws über Kirchplatz und Obere Burgstraße. Auch für Rettungsfahrzeuge gibt es während der Bauarbeiten keinen anderen Weg. Der untere Altstadtbereich lässt sich nur über die Brückenstraße, der obere Bereich über Tischerplatz und Schlossstraße erreichen. Im Einsatzfall, so die Stadt, käme es aber nicht zu Verzögerungen.

Allerdings bleibt ein anderer Engpass im Zentrum bestehen: Die Arbeiten an der Grohmannstraße laufen parallel zur Sanierung von Lange Straße und Badergasse, die ebenfalls bis Mitte September dauern soll. Nach Auskunft des Rathauses hindere aber diese Dreifach-Baustelle die Kraftfahrer nicht, in die Altstadt zu gelangen, die Alternativtrassen seien hinlänglich ausgewiesen. Die bisherige Verkehrsführung in der Altstadt verändere sich aufgrund der Arbeiten an der Grohmannstraße nicht.

Ein weiterer Engpass lauert noch an anderer Stelle. Für den Bauzeitraum entfallen zwischen Klosterstraße und Altem Bahnhof 15 Parkplätze, zwischen Altem Bahnhof und Dohnaischer Straße weitere zehn Stellplätze. Laut der Stadt fänden sich aber alternativ noch freie Kapazitäten, sowohl auf dem Parkplatz sowie am Straßenrand der Klosterstraße als auch auf der Lauterbachstraße zwischen Klosterstraße und Gartenstraße. Die Parkflächen direkt am alten Bahnhof – bislang ausschließlich belegt von Angestellten der Stadt, die die Fläche vom Privateigentümer gemietet hat – fallen ebenfalls vorübergehend weg. Ein Großteil der Mitarbeiter weicht derweil auf das Parkhaus Stadtmitte an der B 172 aus oder sucht sich anderweitig Alternativen.

Die Sanierung der Grohmannstraße kostet 136 000 Euro, die Summe wird vollständig über den Aufbauhilfefonds von Bund und Land gefördert. Und es ist erst der Anfang: Im kommenden Jahr oder spätestens 2018 soll noch der übrige Teil der Grohmannstraße zwischen Dohnaischem Platz und Klosterstraße saniert werden. Ein kleines Schlupfloch gibt es bei der ersten Baustelle aber doch: Zur Einkaufsnacht am 9. September lässt Pirna von 14 Uhr bis zum Sonnabend, 10 Uhr, die Grohmannstraße wegen des erwarteten Besucherandrangs einspurig für den Pkw-Verkehr öffnen.