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Abgeschobene Familie: Diakonie Sachsen ist entsetzt über Ausweisung

Jetzt äußert sich die Kirche zu der abgeschobenen georgischen Familie aus Pirna. Die Botschaft ist eindeutig.

Von Mareike Huisinga
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Viele Pirnaer Geschäftsleute haben Plakate in ihre Schaufenster gehängt, um gegen die Abschiebung der georgischen Familie Imerlishvili zu protestieren.
Viele Pirnaer Geschäftsleute haben Plakate in ihre Schaufenster gehängt, um gegen die Abschiebung der georgischen Familie Imerlishvili zu protestieren. © Egbert Kamprath

Die Ausweisung, der als gut integriert geltenden georgischen Familie Imerlishvili aus Pirna, ist nach wie vor Thema in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien. Die Diskussion ist durchaus kontrovers.

Jetzt meldet sich auch die Kirche zu Wort. "Inhumane Abschiebung endlich beenden", fordert Sachsens Diakonie-Chef Dietrich Bauer auf der Internetseite der Diakonie Sachsen. Seine Worte sind eindeutig. „In welchem Land leben wir eigentlich? Da werden zwei gut integrierte georgische Familien, deren Kinder hier geboren sind, nachts aus ihrem Leben gerissen und in eine ,Heimat' geschickt, die sie gar nicht kennen“, sagt Bauer und bezieht sich damit auf die jüngst abgeschobene Familie Imerlishvili aus Pirna nach Tiflis. Ebenso eine weitere Familie aus dem Raum Meißen wurde im Zuge dieser Abschiebung nach Georgien ausgewiesen.

Diakonie-Leiter Dietrich Bauer zeigt sich erschüttert: „Was wollen wir als Gesellschaft denn noch? Die Menschen sind in Arbeit, bestens integriert, beliebt bei Nachbarn und Arbeitgebern. Und trotzdem werden sie nachts aus ihren Betten geholt und abgeschoben. Das ist reine Willkür und da läuft etwas fundamental schief!“ Zudem verstoße diese Praxis gegen das Versprechen der Koalition, auf Grundrechtsverletzungen bei Abschiebungen zu verzichten und das Kindeswohl zu berücksichtigen, sagt Bauer.

Die Landeskirche Sachsen schweigt

Das Landeskirchenamt Sachsen äußert sich indes nicht zu den Vorfällen. Dennoch seien Vertreter mit dieser Thematik beschäftigt, sagt eine Pressereferentin des Landeskirchenamtes, ohne konkreter zu werden.

Kundgebung für die Familie

Die neunköpfige Familie Imerlishvili wurde in der Nacht vom 10. Juni aus Pirna über Leipzig nach Georgien abgeschoben. Für viele Pirnaer ist die Abschiebung nicht rechtens, unter anderem da sich die Familie gut integriert hatte.

Eine Kundgebung mit der Forderung "Bring back our neighbours" findet am 24. Juni um 16.30 Uhr auf dem Marktplatz in Pirna statt.