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Alles im grünen Bereich: Graupa hat eine Klimaschule

Die Grundschule wurde jetzt ausgezeichnet. Unterstützung kam nicht nur von der Stadt Pirna.

Von Mareike Huisinga
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Die Grundschule Graupa darf jetzt den Titel "Klimaschule" tragen. Darüber freuen sich Schulleiter Holger Häse, Klimalehrerin Annett Biermann und die Schüler.
Die Grundschule Graupa darf jetzt den Titel "Klimaschule" tragen. Darüber freuen sich Schulleiter Holger Häse, Klimalehrerin Annett Biermann und die Schüler. © Daniel Schäfer

Gute Stimmung herrscht in Graupa. Die Grundschule wurde jetzt mit dem Prädikat "Klimaschule" ausgezeichnet. Insgesamt 23 Lehrinstitute in Sachsen schmücken sich mit diesem Label. "Und unsere Schule ist die erste Grundschule in Sachsen, die diesen Titel tragen darf", freut sich Schulleiter Holger Häse. Er fügt hinzu, dass der grüne Ritterschlag auf das gemeinsame Engagement der Eltern, Lehrer, Schüler und nicht zuletzt der Stadt Pirna zurückzuführen ist.

Partnerschule in Tschechien gefunden

Startschuss erfolgte im Jahr 2018. Das Energieteam der Stadt Pirna unter Leitung des Klimaschutzmanagers Thomas Freitag entwickelte gemeinsam mit der Grundschule das GTA-Angebot "Energie- und Umwelt AG". Viele weitere Pirnaer Akteure waren an der Umsetzung beteiligt, darunter die Stadtwerke Pirna, die SAENA oder der Abfallzweckverband. Das Angebot fand starken Anklang und wurde seither jährlich weitergeführt. Im Rahmen des BEACON-Projektes suchte Klimaschutzmanager Freitag anschließend eine Partnerschule für Graupa, um eine Schulpartnerschaft aufzubauen und fand sie im tschechischen Pisek. Gegenseitige Austauschbesuche mündeten in einem gemeinsamen Klimaschutzaktionstag, der in beiden Schulen parallel geplant wurde. "Coronabedingt kann er erst im April 2022 durchgeführt werden", erklärt Häse. Das hohe Engagement der Grundschulleitung, der Pädagogen und Schüler in Sachen Klimaschutz bewegte Freitag schließlich dazu, der Einrichtung vorzuschlagen, sich als Klimaschule zu bewerben. So erarbeiteten die Beteiligten vergangenes Jahr in einer ersten Stufe auf dem Weg zur Klimaschule eine Projektskizze, die bei der Klimaschulkonferenz 2020 sofort mit dem BNE-Preis (Bildung für nachhaltige Entwicklung) ausgezeichnet wurde.

Ernte im Schulgarten kommt in die Schulküche

Für die Bewerbung zum BNE-Preis musste die Graupaer Schule unter anderem ein innovatives Klimakonzept vorlegen und geplante Maßnahmen in den Handlungsfeldern Unterricht, Fortbildung und Management, Schulleben, außerschulische Lebenswelt und schulische Infrastruktur beschreiben. Die Graupaer Schule konnte sich erfolgreich mit ihrem Energiemanagement einbringen. So unterliegt die Nutzung des Schulgartens in Graupa beispielsweise der Nachhaltigkeit und brachte Punkte bei der Bewertung. "Alles, was dort geerntet wird, wird umgehend in der Schulküche verarbeitet", sagt Häse. Außerdem gibt es eine Kooperation zwischen der Grundschule und dem Sachsenforst, sodass auch Unterricht im Wald stattfindet. Die Grundschüler nehmen ebenfalls am Pirnaer Stadtradeln teil. All das überzeugte die Jury.

Ausgeklügeltes Mülltrennsystem

Mit dem BNE-Preisgeld wiederum konnte die Pirnaer Grundschule gleich erste weitere Projekte umsetzten, wie z. B. die Anschaffung eines Mülltrennsystems und eines Komposts für den Schulgarten. Ein Klimaschulteam gründete sich, bestehend aus Lehrern, Elternvertretung und dem Klimaschutzmanager, das aktuelle und zukünftige Projekte bespricht, plant und organisiert. Das Team konnte bereits dieses Jahr einen Klimaschulplan einreichen, der konkrete Projekte für die nächsten Jahre definiert. Unter anderem sind die weitere Begrünung der Außenanlage sowie die Montage einer Fotovoltaik-Anlage vorgesehen. Geplant sind außerdem Spendenlauf- und Klimatagprojekte.

Die Auszeichnung "Klimaschule" ist mit einer regelmäßigen finanziellen Unterstützung für die im Projektplan festgehaltenen Aktivitäten verbunden. Sie wurde initiiert vom Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus. Klimaschulen verfolgen das Ziel, Aspekte des Klimawandels, des Klimaschutzes und der Klimaanpassung ganzheitlich im schulischen Handeln zu verankern.