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Bauantrag für Lochmühle zurückgezogen

Der Investor macht noch mal einen ganz neuen Anfang bei der Planung des Hotels. Dieses Jahr bewegt sich nichts mehr an der Weesenitz bei Lohmen.

Um die Aufschotterung an der Lochmühle gibt es seit Monaten ein behördliches Verfahren.
Um die Aufschotterung an der Lochmühle gibt es seit Monaten ein behördliches Verfahren. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Oktober ist einer der besten Wandermonate im Jahr. Auch durchs Wesenitztal ziehen viele Ausflügler. Oft ist das Ziel das monumentale Wagner-Denkmal. Nur einkehren können sie an der nahe gelegenen Lochmühle nicht. Der Malerweg ist dort seit Längerem gesperrt, weil von einem freistehenden Felsen Gefahr droht. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum es mit der Lochmühle nicht vorangeht. Der Verhandlungs-Marathon zwischen Investor und Behörden dauert immer noch an.

Wie das Landratsamt jetzt mitteilte, gibt es Neuigkeiten im Baugenehmigungsverfahren zur Sanierung der ruinösen Lochmühle und des geplanten Neubaus. Der Eigentümer hat den Bauantrag zur Sicherung des Felsens auf dem Gelände mit Scherdübel und Betonplatte aussetzen wollen. "Dem wurde bis zum 31. März 2021 stattgegeben", teilt Baubeigeordneter Heiko Weigel (CDU) in einer Information zum jüngsten Kreistag mit.

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Ist das Lochmühle-Projekt gestorben?

Zudem wurde der Bauantrag zu Sanierung und Umbau der Lochmühle aus dem Vorjahr komplett zurückgenommen. Das entsprechende Baugenehmigungsverfahren wurde im Juni dieses Jahres eingestellt, teilt das Landratsamt mit.

Ist das Projekt damit gestorben? "Keinesfalls", sagt Eigentümer Hermann Häse. Er sei weiter in Verhandlungen mit den beteiligten Behörden. Darin soll abgeklopft werden, wie ein umsetzbarer Bebauungsplan aussehen könnte. "Wir stellen einen neuen, qualifizierten Plan auf", sagt Häse. Konkreter will er in der Öffentlichkeit aber nicht werden. Das sei mit den Verhandlungspartnern so vereinbart worden.

Der 79-Jährige hat nach eigenen Angaben inzwischen fast eine halbe Million Euro in die Immobilie gesteckt. Das betrifft den Grunderwerb, Planungen und die Sicherung der Bausubstanz. Anfang des Jahres hatte er eine Fläche hergerichtet, die für ausgewählte Veranstaltungen als Biergarten genutzt werden sollte. Geklappt hat auch das nicht.

Veranstaltungen im Biergarten geplant

"Corona hat uns da einen Strich durch gemacht", sagt Häse. Sanitäre Einrichtungen sind nicht vorhanden. Wie ein Betrieb trotzdem funktioniert hätte, erklärt Häse so: "Es war ja kein Dauerbetrieb mit täglichen Öffnungszeiten geplant. Für einzelne Veranstaltungen hätten wir aber von der Gemeinde Unterstützung bekommen und dann die Toiletten der Daubemühle nutzen können", sagt Häse. Die liegt etwa 200 Meter entfernt. 

Doch auch hier lässt der 79-Jährige nicht locker. "Ist das Corona-Thema gelöst, werden wir im Frühjahr Veranstaltungen im Biergarten anbieten", sagt Häse gegenüber Sächsische.de.

Für den Bau einer Sandsteinmauer musste der Eigentümer nachträglich eine Genehmigung einholen.
Für den Bau einer Sandsteinmauer musste der Eigentümer nachträglich eine Genehmigung einholen. © Daniel Schäfer

Nachträglich Genehmigungen eingeholt

Doch auch dabei hat der Eigentümer noch nicht alle Hürden genommen, wie das Landratsamt mitteilt. Eine Sandsteinmauer, hinterfüllt mit Beton, wurde errichtet, um Erdrutsche zu verhindern. Allerdings wäre die genehmigungspflichtig gewesen. Häse hat nun nachträglich einen Bauantrag gestellt. Positive Stellungnahmen der Gemeinde Lohmen und der unteren Wasserbehörde liegen zwar vor. Von der oberen Naturschutzbehörde und der Forstbehörde stehen diese aber noch aus, erklärt das Landratsamt.

Zustimmung gab es nun auch von der Denkmalschutzbehörde. Häse darf nur nach historischem  Vorbild und strengen Auflagen die Lochmühle sanieren. Dazu zählt auch, dass der Wiederaufbau der historischen Kolonaden geplant ist. Die Gründungsfundamente liegen bereits. Doch auch hier fehlte die Baugenehmigung. Sie werden von der unteren Bauaufsichtsbehörde aber weiterhin geduldet, erklärt Baubeigeordneter Weigel. 

Selbst um die für den Biergarten nötige Aufschotterung gibt es Probleme. Eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung dazu hatte Häse im Januar beantragt. Wegen "teilweise ungenehmigter Arbeiten im Umfeld des historischen Biergartenbereichs" erfolgte im Februar eine Anhörung bei der Denkmalschutzbehörde, erklärt das Landratsamt. Anlass sei eine Anzeige der oberen Naturschutzbehörde zu Maßnahmen gewesen, "welche nicht durch das bisherige denkmalschutzrechtliche Genehmigungsverfahren legitimiert waren".

Ausgestanden ist auch das noch nicht. Der Eigentümer nahm zwar Stellung dazu und beantragte eine nachträgliche Genehmigung für die Aufschotterung im Biergartenbereich. Die obere Naturschutzbehörde fordert dazu aber immer noch  Unterlagen nach. "Deshalb erfolgte noch keine naturschutzfachliche Beurteilung und Stellungnahme", erklärt das Landratsamt. Diesbezüglich sei Häse durch die Denkmalschutzbehörde im Juli dieses Jahres zur Einreichung der erforderlichen Unterlagen aufgefordert worden. Diese Unterlagen liegen nicht vor, teilte das Landratsamt Anfang Oktober mit.

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Für Häse ist das nur ein Mosaikstein komplizierter Verhandlungen. Er ist aber weiter optimistisch, dass alle Probleme im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden können. "Der Landkreis ist ein fairer Partner", sagt er.

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