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So viel Geld spülen Hunde in Pirnas Stadtkasse

Immer mehr Vierbeiner werden bei der Stadtverwaltung angemeldet. Das bedeutet mehr Hundesteuer für das Rathaus, aber auch mehr Probleme.

Anett Lohse ist Hundetrainerin und Hundeverhaltenstherapeutin in Pirna. Sie wünscht sich eine größere Auslauffläche für Hunde in der Innenstadt.
Anett Lohse ist Hundetrainerin und Hundeverhaltenstherapeutin in Pirna. Sie wünscht sich eine größere Auslauffläche für Hunde in der Innenstadt. © Daniel Schäfer

Wer durch Pirnas Straßen schlendert, sieht immer wieder Hunde, die an der Leine ausgeführt werden. Die Zahl der Anmeldungen für Hunde steigt kontinuierlich. Allerdings sind die Vierbeiner nicht nur putzig, sondern es gibt ebenso Klagen über Hundekot und verunreinigte Hauswände, an die die Vierbeiner markieren. Sächsische.de hakt nach.

Wie viele Hunde gibt es derzeit in Pirna?

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Mit Stand zum 1. Juli 2021 waren insgesamt 1.414 Hunde in Pirna gemeldet. Das teilt Pirnas Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin mit. Damit ist die Anzahl der Hunde gestiegen. Im Vorjahr waren 1.393 Hunde gemeldet. Im Jahr 2019 waren es 1.326 Hunde und im Jahr 2018 waren 1.281 Hunde bei der Stadtverwaltung registriert.

Wie viel Hundesteuer-Einnahmen bekommt die Stadt Pirna?

Das Geschäft mit den Hunden ist für die Stadt ganz offensichtlich recht lukrativ. Bis dato haben die Hunde in diesem Jahr bereits 81.600 Euro in die Stadtkasse gespült. Im Vorjahr kamen insgesamt 122.800 Euro zusammen. Die Hundesteuer wurde seit 2012 nicht mehr erhöht, sagt Nikitin. Für den ersten Hund muss Herrchen 90 Euro im Jahr zahlen, jeder weiterer kostet 180 Euro im Jahr.

Hundekot, andere Verunreinigungen und Beißvorfälle. Wie oft kommt es zu Beschwerden?

Die Zahl über Klagen bezüglich von Hundekot auf den Gehwegen in der Stadt erstaunt zunächst. "In der Verwaltung gehen zirka fünf Anzeigen jährlich bezüglich Verunreinigung durch Hundekot ein", informiert die Sprecherin. Die Dunkelziffer der unappetitlichen braunen Haufen dürfte jedoch wesentlich höher liegen. Durch das Tier verursachte Verunreinigung muss unverzüglich beseitigt werden. Kommt der Hundehalter dem nicht nach, droht eine Geldbuße in Höhe von bis zu 500 Euro. Allerdings klagen die Pirnaer nicht nur über die sogenannten Tretminen, sondern Geschäftsleute beschweren sich immer wieder, dass die Hunde in der Innenstadt an die Hauswände oder auch an die Aufsteller urinieren. Hier habe die Stadt allerdings keine Handhabe, betont Nikitin. Das Urinieren an Zäune, Hauswände etc. sei eine privatrechtliche Angelegenheit.

Händler und Geschäftsleute in der Pirnaer Innenstadt finden es nicht lustig, wenn Bello sein Bein an Pflanzkübeln, Hauswänden oder Aufstellern hebt.
Händler und Geschäftsleute in der Pirnaer Innenstadt finden es nicht lustig, wenn Bello sein Bein an Pflanzkübeln, Hauswänden oder Aufstellern hebt. © Archivfoto: Daniel Förster

Unterdessen kommt es nicht nur zu Hygieneproblemen mit den Hunden. Immer wieder werden dem Amt Beißvorfälle angezeigt. "Bei Anzeigen überprüft das Ordnungsamt die Sachverhalte vor Ort und spricht direkt mit den Hundehaltern. Es wird anschließend entweder direkt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet oder die entsprechenden Hundehalter erhalten einen schriftlichen Hinweis zur Hundehaltung", erklärt die Rathaussprecherin.

Reichen die Hundetoiletten in Pirna aus?

Im Stadtgebiet Pirna sind insgesamt 22 Hundetoiletten aufgestellt. Die Standorte der Hundetoiletten befinden sich an bzw. in Grünanlagen und in Wohngebieten, um den Hundebesitzern zusätzlich die Möglichkeit zu geben, die Verunreinigungen ihrer Tiere zu beseitigen. Die Hundetoiletten sind ein freiwilliges Angebot der Stadt, ordnet Nikitin ein. Die Hundebesitzer sind nach der Polizeiverordnung der Stadt Pirna verpflichtet, Tüten oder Ähnliches mitzuführen und die Verunreinigungen der Tiere umgehend zu beseitigen. Die mitgeführten Tüten können in jedem öffentlichen Abfallbehälter entsorgt werden. Und genau das ist das Problem, betont Anett Lohse, die als Hundetrainerin und Hundeverhaltenstherapeutin in Pirna arbeitet. "Tatsache ist, dass es immer mehr Hunde gibt. Jetzt wurden Papierkörbe in dem gesamten Stadtgebiet abgebaut, weil die Stadt sparen muss. Das verschärft das Problem der korrekten Entsorgung der Hundekotbeutel einmal mehr", sagt sie.

Was kann der Hundehalter gegen unerwünschte Markierungen unternehmen?

Grundsätzlich sollte der Hundebesitzer sein Tier an die Stelle bringen, an der der Hund markieren darf, sagt Lohse. "Und das ist eben nicht der Blumenkübel oder der Aufsteller vor einem Geschäft", betont die Fachfrau. Der Hundebesitzer könne folglich durchaus Einfluss darauf nehmen, wo der Hund sein Bein hebt. Der Besitzer sollte sein Tier sofort wegziehen von Orten, wo er nicht urinieren darf und ihn zu einer Grünfläche führen. Wer das konsequent handhabe, habe Erfolg in der Erziehung seines Haustieres. „Jüngere Hunde lernen natürlich leichter als ältere. Man muss eben rechtzeitig damit anfangen“, rät die Expertin.

Gibt es genügend Freilaufflächen für Hunde in der Stadt?

Der Stadtrat hat Ausnahmen von der Leinenpflicht auf folgenden Arealen beschlossen: Hundefreilauffläche Thälmannplatz, Hundefreilauffläche Elbwiese, Hundefreilauffläche Copitz, neben dem Willy-Tröger-Stadion, sowie die Freilauffläche auf dem Sonnenstein bei dem Meller Weg. Diese Plätze kennt Anett Lohse natürlich alle. Dennoch würde sie es begrüßen, wenn auch größere Freilaufflächen künftig in der Innenstadt gekennzeichnet werden würden. "Damit sich die Hunde so richtig austoben können."

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